Countdown to Christmas …

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Schon so oft habe ich es vom Freeway aus glitzern gesehen. Im Januar war ich mit einer Freundin aus Deutschland endlich dort. Im „African Bead Museum“ in Detroit. Zehn Jahre lang hat der Afroamerikaner Olayami Dabls beim „Charles H. Wright Museum of African American History“ als Kurator und Künstler gearbeitet. Die Zeit dort inspirierte ihn vor 16 Jahren zur Gründung des African Bead Museums, das auch ein Ort der Begegnung ist und Verständnis für die Bedeutung der afrikanischen Kultur stärken soll. Wesentlich in einer Stadt, in der über 80% der Menschen schwarz sind. Im Shop gibt es eine riesige Auswahl an Perlen, einige von ihnen sind mehr als 400 Jahre alt. Außerdem Bücher, Gemälde und Skulpturen von lokalen afroamerikanischen Künstlern. Die Außenfassade des Hauptgebäudes ist ein Gesamtkunstwerk aus Spiegeln, Glasstücken, farbenfrohen Mustern und afrikanischen Motiven.

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Das Areal mit 18 Outdoor Installationen nimmt fast einen gesamten Block ein. Dabls hat hier eine außergewöhnliche Phantasiewelt aus Eisen, Stein, Holz Spiegeln und vielen anderen Fundstücken geschaffen. Sie stammen allesamt aus niedergebrannten oder verlassenen Häusern. Dabls hat sie recycelt und nun führen sie ein zweites, schönes Dasein und erzählen Geschichten aus der afrikanischen Kultur. Eine „Phoenix aus der Asche-Erfolgsgeschichte“, wie so viele in Detroit.

 

Countdown to Christmas …

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„If you’re going to San Francisco,
be sure to wear some flowers in your hair.“
Scott McKenzie

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Gestern war Winter, heute ist Sommer! Zumindest hier im Blog. Summer of Love. Mit einer Blume im Haar auf den Spuren der Blumenkinder. Die im August 1967 aus aller Welt nach „Haight-Ashbury“ strömten, und den Stadtteil am Golden Gate Park zum Epizentrum der Hippie-Bewegung machten. Mit ihrer Sehnsucht nach einem einfachen Leben, freier Liebe, nach Gemeinschaft, Frieden und künstlerischer Freiheit. Ein Gegenentwurf zum bürgerlichen Leben ihrer Eltern. Die Suche nach neuen Formen der visuellen Kommunikation drückte sich in psychedelisch wirkenden Motiven für Konzert- und Veranstaltungsposter aus. Ok, der Konsum von Marijuana und LSD mögen auch ihren Teil dazu beigetragen haben. Vorübergehend bildeten sich in Haight-Ashbury offene Wohngemeinschaften. Viele bekannte Künstler, Musiker und Schriftsteller waren Teil der Bewegung.

Auch heute noch ist Haight-Ashbury ein lebendiger, unangepasster Stadtteil. Straßenmusiker, Hare Krishna Anhänger, Freaks, Neugierige aus aller Welt prägen das bunte Straßenbild. Bei „Love on Haight“ gibt es schrille Batik-Klamotten, bei „Hippie Thai“ makrobiotisches Essen. Farbenfrohe Wandbilder halten die Erinnerung an den Sommer der Liebe wach. Irgendwie wabert der Geist des „Summer of Love“ über ganz San Francisco. Farbenfroh, kreativ, offen, unkonventionell.

Die Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum im „De Young Museum“ im angrenzenden Golden Gate Park zog so manches ehemalige Blumenkind an. Wir hörten das ein oder andere „Weißt du noch?“ „Ja, so war das damals.“ … Damals, als ich im August 1967 das Licht der Welt erblickte. Mein persönlicher „Summer of Love“. 😉

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Dreaming of a White Christmas?

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Palm Springs in der kalifornischen Wüste morgens um 7: Frühstück unter Palmen. 2 Stunden später und knapp 3000 Meter höher: „Walking in a Winter Wonderland“. Am Neujahrsmorgen 2017 bringt uns die „Aerial Tramway (Achtung amerikanischer Superlativ: die längste Seilbahn der Welt … in einem Stück!) ganz unerwartet in eine glitzernde Winterlandschaft. Auf dem Mount San Jacinto hatte es in der Silvesternacht geschneit. Frischer Schnee für einen frischen Start ins neue Jahr. Wir haben uns erst mal kräftig die Augen gerieben, als wir aus der Gondel hinein in die weiße Pracht gestolpert sind. So unwirklich war das. Schneemänner, Daunenjacken, Schlitten fahrende Kinder, Langlaufverleih. Am Nachmittag dann wieder Szenenwechsel. Immer noch leise „Walking in a Winter Wonderland“ summend, springen wir in den Pool. War doch alles nur ein Traum … oder? 

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Seattle’s Gum Wall

Gäste, die in der Schlange auf Einlass ins „Post Alley Market Theatre“ in Seattle warteten, haben mit einigen achtlos an die Wand geklebten Kaugummis die „Gum Wall“ in den 1990er Jahren begonnen. Das daraus ein riesiges, farbenfrohes und ungewöhnliches Kunstobjekt werden würde, haben sie wohl nicht geahnt. Zum unkonventionellen Charme von Seattle passt es. Trotzdem sie ein wenig versteckt in einer Gasse hinter dem berühmten „Pike Place Market“ liegt, zieht die Gum Wall täglich viele Neugierige an. Im Laufe der Jahre hat sie sich immer weiter ausgedehnt. Klar, wir haben auf dem Weg dorthin auch erst mal Kaugummi gekauft, um unsere Spuren zu hinterlassen. Im Herbst 2015 wurde die Wand von der Marktverwaltung nach über 20 Jahren erstmalig gereinigt. Vergeblich. Einheimische und Touristen begannen gleich darauf mit einer Neukreation der Gum Wall. Manch einer findet die ausgelutschten Kaugummis sicherlich etwas unappetitlich. Wir fanden das Gesamtbild, das sich durch die vielen unterschiedlichen Farben und Formen ergibt, in seiner Schrägheit faszinierend.

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Am zweiten Advent gibt es Weihnachtliches aus Downtown Ann Arbor. Ab Anfang November schwingt die lokale Künstlergruppe „The Novemberistas“ ihre Pinsel und verwandelt seit vielen Jahren die Schaufenster in wunderbare winterlich weihnachtliche Bilder. Drei bis vier Fensterbilder schaffen die fleißigen acht „Brush Monkeys“, wie sie sich selber nennen, täglich. Bis kurz nach Thanksgiving sind sie fertig mit circa 100 Winterszenen, in denen Rentiere, Elfen, Eisbären und viele Schneemänner- und frauen große und kleine Shopper verzaubern.

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Und wenn alles geschafft ist, heißt es bei den Novemberistas „BDGU“ – Brushes down, glasses up! Cheers!!

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„I had come to a hotel downtown for a live auction of properties in Detroit. Starting bid was $500, less than the price of a decent television … We were a long way from „Yes we can.“ But there was one place people did. One place of except. That was Detroit.“

Anfang und Ende des Prologs im Buch „A $ 500 House in Detroit“. Der Autor Drew Philp hat sein Buch vor einigen Wochen in der Bibliothek Ann Arbor vorgestellt. Er hat mich tief beeindruckt (und natürlich mit signiertem Buch in der Tasche) zurückgelassen. Noch als Student der „University of Michigan“ hier in Ann Arbor hat er mit 23 Jahren seine komfortable Campus-Unterkunft gegen eine unbewohnbare Hausruine in Detroit getauscht. Ein seit Jahren verlassenes Haus, gefüllt mit Müll, ohne Fenster, Wasser, Strom oder dichtes Dach. Im Buch beschreibt Philp den schrittweisen Wiederaufbau, den er fast ausschließlich mit seinen eigenen Händen und der Hilfe von Familie und Freunden bewerkstelligt hat. Raum für Raum. Es erzählt davon, wie die Gemeinschaft im Stadtteil funktioniert, und wie er sich als neuer Nachbar eingebracht hat.

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Das Buch geht jedoch über seine persönliche Geschichte hinaus. Es beschreibt auch die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklung Detroits in den letzten zehn Jahren. Philp skizziert seine eigene Vision, wie die Zukunft in einer Stadt, in der Armut, eine hohe Kriminalität und die Rassenproblematik immer noch die drängendsten Themen sind, aussehen könnte. Und da spielen das persönliche Engagement jedes einzelnen Bewohners und die kleinen Lösungen die größten Rollen. Mit jedem wieder aufgebauten Haus, jedem urbanen Garten, jeder Bürgerinitiative wächst das neue Detroit ein Stückchen mehr.

„As we rebuild this ashen city, we’re deciding on an epic scale what we value as Americans in the 21st century. The American Dream is alive in Detroit, even if it flickers.“ Drew Philip

 

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Abschlag am Pazifik
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Ich habe ja mit Golf nicht viel am Hut, aber bei „Pebble Beach“ klingelt es auch bei mir. Hier wurden bereits fünf Mal die U.S. Open ausgetragen, 2019 werden sie ein weiteres Mal dort stattfinden. Pebble Beach mit seinen drei Golfplätzen liegt am berühmten 17-Mile Drive, der sich im Norden Kaliforniens um die Monterey Halbinsel schlängelt, zwischen den Städtchen Monterey und Carmel-by-the-Sea. So exklusiv, dass man erst mal 10 Dollar bezahlen muss, um diesen fast unverbauten Küstenabschnitt mit seinen gigantischen Villen, traumhaften Aussichten und eben fantastischen Golfplätzen befahren zu dürfen. Knorrige, vom Wind geformte Zypressen säumen überall die kurvige Küstenstraße. Die Greens sind zum Teil sehr klein, die Ausblicke über den pazifischen Ozean dafür spektakulär. Mich persönlich würde das ja total ablenken … genau wie die tierischen Mitspieler, die da am Start waren.

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In der Glückskeks-Bäckerei

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„Die Welt ist voll von kleinen Freuden. Die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen.“ – Li Tai-Po

Beim Chinesen in Europa und in Amerika werden sie zum Abschluss des Essens gereicht: Fernöstliche Weisheiten auf kleinen Zetteln, eingebacken in knusprige Kekse. Dabei ist der Glückskeks gar keine chinesische Erfindung. Ein Japaner hat sie in San Francisco als Leckerei für seine Gäste im japanischen Teegarten des Golden Gate Parks kreiert. In Chinatown produziert die „Golden Gate Fortune Cookie Factory“ in einer kleinen Manufaktur seit 1962 Glückskekse, von Hand. Beim Betreten bekamen wir gleich einen frischen, noch warmen Keks gereicht. Yum – das war der beste Glückskeks, in den ich bisher gebissen habe. Die kleine Fabrik besteht nur aus einem Raum. So konnten wir sehen, wie die Kekse gebacken, gefaltet und mit Glücksbotschaften bestückt werden. Die Faltmaschine wurde auch in San Francisco entwickelt. Sehr cool: man kann in der Cookie Factory eigene Botschaften auf kleine Zettel schreiben, die dann von den fleißigen Damen in den Keks gefaltet werden. „Ein Tag ohne dich ist wie ein Glückskeks ohne Zettel“ … oder so 😉

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Disney in Detroit

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Fast komplett vom Großraums Detroit eingeschlossen, liegt die Stadt Hamtramck. Polnische Einwanderer kamen Anfang des 19. Jahrhunderts in die Stadt und fanden Arbeit in der Autofabrik der Dodge Brüder. Noch heute sind die polnische Bäckereien (sie liefern am Fat Tuesday die köstlichen „Paczkis“ kistenweise nach Ann Arbor) und Metzgereien über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Demographie hat sich jedoch verändert. Heute ist Hamtramck ein bunter Mix der Kulturen. Menschen aus Albanien, Bosnien, Armenien, dem Libanon, Jemen und  Bangladesh fanden hier eine neue Heimat.

Auch Dmytro Sylak kam als Einwanderer. Er wuchs in der Ukraine auf und immigrierte in den 1950er Jahren mit seiner Frau nach Hamtramck. 30 Jahre lang arbeitete er bei General Motors. Als er Mitte der 1980er Jahre in Rente ging und ein Hobby suchte, begann er, Teile seines Wohnhauses in eine Kunstinstallation zu verwanden. Über 30 Jahre ist das riesige Konstrukt organisch gewachsen. Sylak hat es ohne vorherigen Plan Stück für Stück mit selbst gefertigten und gefundenen Objekten errichtet und immer wieder verändert. Das ungewöhnliche Kunstobjekt sitzt zwischen den beiden Garagen des Hauses. Überall ragen bewegliche Skulpturen in die Luft, bewegen sich im Wind, leuchten teilweise im Dunklen auf. Die Garagen sind Galeriefläche für eine bunte Mischung aus amerikanischen Abbildungen und Erinnerungen an Szylak’s europäische Vergangenheit.  2015 verstarb der Künstler im Alter von 92 Jahren. Die Zukunft des Hamtramck Disneyland war zunächst ungewiss. Dann hat eine Gruppe von Bewohnern und Künstlern den Erhalt dieser ungewöhnlichen Outdoor-Installation übernommen. Als Dmytro Sylak noch lebte, gab er persönliche Touren durch seine farbenfrohe Phantasiewelt aus Mickey Mouse, Schaukelpferd, Reklameschildern und Spielzeugfiguren. 2006 hat das Modell Kate Moss hier sogar ein Foto-Shooting veranstaltet. Habt ihr Santa entdeckt?

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Wunderland in der Wüste

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Der wohl berühmteste Joshua Tree der Welt befindet sich auf der Rückseite des fünften Studioalbums der irischen Rockband U2. 1987 gab der Baum der Platte ihren Namen – „The Joshua Tree“. Zum 30-jährigen Jubiläum ziert die bizarre Form der „Josua Palmlilie“ wieder das Album, 2017 in glänzendem Gold.

Am „Joshua Tree National Park“ ging also für mich kein Weg vorbei auf unserer Reise durch den Südwesten Kaliforniens im letzten Winter. Auch wenn das Foto auf dem Cover gar nicht dort, wie ich zunächst annahm, sondern im 250 Meilen entfernten Death Valley, geschossen wurde. Hier fand der Fotograf Anton Corbijin einen einsamen Joshua Tree. Das ist ungewöhnlich, die Bäume stehen meist in Gruppen. Als die Mormonen die Mojave Wüste durchquerten, sahen sie in der eigenwilligen Form die Gestalt des Propheten Joshua, der seine Hände zum Gebet in den Himmel streckt und den Weg ins gelobte Land weist.

Der Joshua Tree National Park ist der ungewöhnlichste Nationalpark, den wir bisher bereist haben. Er verfügt über so gut wie keine Infrastruktur. Wer im Park übernachten möchte, muss campen. Dafür gibt es in dieser Wüsten-Wunderwelt wenig, was das Auge stören könnte. Die skurrilen baumhohen Juccapalmen und die karge felsige Landschaft erzeugen eine fast mystische Atmosphäre. Die ungewöhnlichen Felsformationen mit ihrer rauen Oberfläche ziehen Kletterer aus aller Welt an. Um die wie nicht von dieser Welt wirkende wunderliche Landschaft des Joshua Tree National Parks wirklich zu erleben, muss man Wanderungen abseits der Parkplätze unternehmen. Dann fühlt es sich an, als hätte man diesen herrlich entrückten Ort für sich alleine.

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