Just in time

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Hi there!

meine letzten Wochen waren und sind ein einziges „Just in time“. Ende Januar fliege ich zum ersten Mal alleine nach Deutschland. Mission: Karneval feiern! Endlich mal wieder. Nach zwei Jahren Abstinenz. Und immer großem Heimweh nach Kölle, wenn der Kalender Weiberfastnacht anzeigte. Und „meine“ Mädels mir Fotos vom kölsch-seligen Feiern schickten. Drei Kostüme reisten mit: Kölnisch Wasser (unser diesjähriges Gemeinschaftskostüm für den großen DonnerstTAG), Frida Kahlo (einmal die von mir tief verehrte mexikanische Künstlerin sein) und „Michigan Cheerleader“ (eine sportliche Referenz an unseren aktuellen Wohnort). Dazu ein paar Klamotten fürs‘ Leben vor und nach dem tollen Tagen. Und ob ihr das glaubt oder nicht: 21 Kilo und kein Gramm mehr!

Moment, ich muss mal eben raus: Schnee schaufeln. Denn wir sind „just in time“ nach Michigan zurück gekehrt, um den ersten (drückt ihr wohl die Daumen, dass es der letzte ist!) Schneesturm dieses Winters mitzuerleben. Argh!!

So, da bin ich wieder. Besonders schön ist es, wenn der Schnee so seitlich herein weht …

Aber zurück nach Köln. Einen Tag nach meiner Ankunft erlitt mein Vater einen schweren Schlaganfall. Schock, aber was für ein unglaubliches Timing. Ich bin immer noch so froh darüber, dass ich quasi um die Ecke war. Und nicht wie sonst 6.500 km entfernt auf einem anderen Kontinent. Noch am gleichen Abend kehre ich vorsichtig optimistisch aus dem Krankenhaus nach Köln zurück. Just in time (oder „innerhalb des entsprechenden Zeitfensters“) wurde in der Uniklinik Bonn der richtige operative Eingriff vorgenommen. Erfolgreich. Mittwoch Nachmittag bescheinigt der behandelnde Arzt beste Chancen für eine vollständige Genesung. Tolle Neuigkeiten „just in time“ für Weiber-Donnerstag.

Karneval feiern war für mich zunächst einmal ziemlich unwichtig geworden. Aber nach den guten Nachrichten gab mein Vater meiner Schwester und mir zu verstehen, dass er uns morgen nicht an seinem Krankenbett sehen wolle … wir sollten feiern gehen. Und das haben wir dann auch getan. Ordentlich. Und das ein oder andere Kölsch auf ihn und seine Genesung getrunken! Hat offenbar gewirkt 😉 Noch bevor ich vorgestern wieder in den Flieger nach Detroit stieg, hatte er enorme Fortschritte gemacht. Mach‘ nur weiter so, lieber Papa. Wir freuen uns schon riesig auf ein sommerliches Bad im Lake Michigan mit dir!

Mein kölsches Karnevals-Herz hat auch Freudensprünge gemacht. Denn Karneval zuhause in Köln zu sein, ist noch mal etwas ganz besonders. Wenn die Hände zum Himmel gehn‘. Wenn das Veedel Arm in Arm mit alten und neuen Freunden besungen und „beschunkelt“ wird. Wenn immer ein Kranz mit Kölsch kreist. Wenn wir alle einmal Prinz oder Prinzessin sein möchten. Wenn die Schlangen vor Kneipen- und Toilettentüren lang sind. Wenn alle die gleiche Sprache sprechen … in der Stadt mit K (nicht in Amerika, schalalala ;-)). Wenn alle Kölle sind. Dann hat man das Gefühl zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Die Kölner Gruppe „Klüngelköpp“ hätte es nicht besser für mich singen können:

„Wenn am Himmel die Stääne daanze
Un dr Dom sing Jlocke spillt
Jo dann weiß ich, dat ich doheim bin
Jo daheim bin, heh am Ring.“

Ihr Lieben: es war mir ein Fest, mit euch zu feiern!

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Huch, vor lauter Köln-Seligkeit habe ich ganz vergessen, dass ich im Auge eines Schneesturms sitze. Ich bin dann noch mal …

Dicke Flocken, die neben kleinen Eiskörnchen seitlich herein wehen, sind übrigens auch was feines. Ich könnte eigentlich gleich draußen bleiben, aber dann würde der Beitrag hier ja nicht fertig. Übrigens wurden während meiner Schaufel-Phase alle „after school activities“ für heute abgesagt. Ich bin gespannt, wann der morgige Schultag gecancelt wird. Das wäre in diesem Jahr der erste „Snow-Day“ … in den letzten beiden Winter durften die Kids jeweils 5 Tage zuhause bleiben. Nicht nur wegen der Schnee-Mengen. Wenn das Quecksilber unter – 20 Grad rutscht, möchte niemand eine Frostbeule am Kind verantworten.

So, fertig … just in time für die nächste Runde Schnee schippen.