Countdown to Christmas …

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Ho ho ho – geschafft! Bald ist Bescherung! Habt alle einen wunderbaren Abend unterm‘ Baum … wir treffen uns hier im neuen Jahr wieder!
Merry, merry!

Grenzgänger

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Jeder hat ja so Orte, die er aus Romanen oder aus dem Fernsehen kennt, und die er gerne mal live sehen und erleben möchte. Bei mir waren das der Besuch von Coney Island (im Sommer 2014 abgehakt) und einmal von Kalifornien aus zu Fuß über die Grenze nach Tijuana, Mexiko gehen. Die Chance kam dann im letzten Winter, als wir in San Diego waren. Der letzte amerikanische Ort vor der Grenze heißt San Ysidro. Hier gibt es einen riesigen, bewachten Parkplatz für Grenzgänger wie uns. Auf der Brücke Richtung Grenze kamen uns schwer bewaffnete amerikanische Border Patrols entgegen, offenbar Schichtwechsel. Der Grenzübertritt nach Mexiko ist total unspektakulär. Man geht durch ein Drehkreuz und ist ohne Passkontrolle „drüben“.

Nach dem wir die ersten Straßenverkäufer und Taxifahrer hinter uns gelassen haben, werben unzählige Apotheken (cheap Viagra) und Zahnkliniken auf dem Weg ins Stadtzentrum um Kunden. Schnell ist klar: das hier ist eine andere Welt. Wir haben das schicke südkalifornische San Diego hinter uns gelassen und sind eingetaucht in die schmuddelige, ärmliche, laute, aber auch kunterbunte Welt der mexikanischen Grenzstadt Tijuana. Alle paar Meter werden uns Schmuck, Taschen und sonstige Souvenirs angeboten, am liebsten natürlich gegen US-Dollar. Die Avenida Revolución im Zentrum ist gesäumt von Restaurants, Spielhöllen und fliegenden Händlern. Man sieht aber auch viele Menschen, die auf etwas warten. Viele sind hier gestrandet, träumen von einem besseren Leben jenseits des Grenzzauns. Wir kaufen das ein oder andere Armband. An den Frida Kahlo Taschen kann ich auch nicht vorbei gehen. Es macht traurig, in vielen Gesichtern Hoffnungslosigkeit zu sehen, während man sich selbst wieder auf den Weg zurück ins wohlhabende Amerika machen kann.

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Für die Wiedereinreise in die USA heißt es Schlange stehen. Obwohl wir unsere Reispässe mit den gültigen Visas natürlich dabei haben, bin ich nervös. Und als wir dann nach gut einer Stunde vor dem Grenzbeamten stehen, versteht der es, meinen Herzschlag noch etwas zu beschleunigen. Zunächst möchte er, nachdem er unsere deutschen Pässe aufgeschlagen hat, eine Diskussion über die Flüchtlingspolitik Deutschlands anfangen. Das bekommen wir diplomatisch lächelnd aus dem Weg. Dann schaut er uns eindringlich an und sagt: „Oh, you are a US visa holder.“ Ach du Schreck, durften wir damit etwa nicht mal kurz nach Mexiko ausreisen? Im nächsten Augenblick knallt er aber seinen Stempel in den Paß und wünscht uns noch einen guten Tag. Welcome back to the US, puh!

Jetzt wissen wir ja, wie es geht … Hasta la vista!