Give thanks!

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Hi there,

Was bei uns „Dinner for one“ am Silvesterabend ist, ist hier dieser Tage  „Charlie Brown Thanksgiving“. Das TV-Special wurde 1973 erstmalig ausgestrahlt. Snoopy serviert seinem Freund Woodstock am Ende ein traditionelles Thanksgiving „Dinner for two“, auf einem Tisch vor seiner Hundehütte. Wie bei den Peanuts ist auch bei amerikanischen Familien (die für diese Fest aus nah und fern zusammen kommen, und damit die größte Reisebewegung des Jahres in den USA auslösen) das gemeinsame „Thanksgiving Feast“ der Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Es gibt gefüllten Truthahn mit Bratensauce, süße Kartoffeln (gerne mit Marshmallows im Ofen gegart, wie wir seit heute wissen), Kartoffelpüree, Maisbrot, Kürbis und Cranberry Sauce. Den süßen Abschluss bilden Pies in den den Varianten Kürbis (sehr gewöhnungsbedürftig), Pecan-Nuß oder Apfel.

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Die Thanksgiving Tradition wurde einst von den Pilgervätern der Neu-England Staaten um 1620 begründet. Die Siedler waren nach einem ersten harten Winter in der neuen Heimat besonders dankbar für ihre gute Ernte, die sie über den Winter bringen würde. Die Indianer hatten den Neuankömmlingen gezeigt, wie man Mais anbaut. Der Gouverneur erklärte daraufhin den Tag des „Thanksgiving“, den die Siedler mit ihren eingeborenen Nachbarn gemeinsam feiern sollten. Dieser Erntedank Tag wurde in den Folgejahren zu einem festen Ritual. 1863 erklärte Präsident Lincoln den Tag, der nun immer am vierten Donnerstag im November begangen wird, zum Nationalen Feiertag. Er markiert auch den Beginn der Weihnachtssaison, vor allem des Weihnachtsgeschäfts.

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Um die weihnachtliche Kauflust anzuheizen, kam das Kaufhaus Macy’s in New York auf die Idee, eine Christmas Parade am Thanksgiving Tag zu veranstalten. Die Parade endete mit Santa Claus und dem Enthüllen der weihnachtlich dekorierten Schaufenster. Einige Jahre später wurde sie in „Thanksgiving Day Parade“ umbenannt und ist heute die bekannteste Parade dieser Art. Neben dem obligatorischen Truthahn schweben bekannte Comic Charaktere wie Snoopy, Mickey Mouse oder Kermit der Frosch als gigantische Ballons an Schnüren durch die Straßen. Begleitet von zahlreichen Marching Bands, Cheerleadern, Tänzern und bekannten Persönlichkeiten. Auch Santa läuft natürlich mit … und nach aller Besinnlichkeit startet der Einkaufsrausch. Stichwort „Doorbuster“ und „Black Friday“. Der letzte Happen Turkey ist kaum verspeist, da öffnen die meisten Geschäfte am Abend ihre Pforten und der Run auf die „Doorbuster“ (Preishammer) geht los. In vielen Geschäften können die Kunden sogar die ganze Nacht in den „Black Friday“ hinein Schnäppchen shoppen. Als wir im ersten Jahr in Chicago waren, bildeten sich bereits am Nachmittag lange Schlagen vor den Kaufhäusern.

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Dieses Jahr durften wir hier in Ann Arbor ein typisches amerikanische Familien-Thanksgiving bei unseren Nachbarn erleben. Festlich und lecker war es. Nach dem Turkey Dinner um 4 (ja, die Amerikaner speisen oft zu ungewöhnlichen Zeiten), machte sich auch tatsächlich die Hälfte der Gästeschar auf den Weg in Richtung „Target“ (so was wie „Real“: einmal hin, alles drin). Um 7 tauchten alle wieder auf und neben vielen Tüten wurde ein gigantischer Flachbild-Fernseher in den Flur geschoben. Zeit für Pumpkin Pie!

Happy Thanksgiving! Und ein schönes erstes Advents-Wochenende!

 

Mein Haus, mein Boot, meine Disney-Trips

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Alaaf, Ihr Lieben!

Hab‘ mich auch ein wenig verkleidet! Und von Ferne höre ich „dat trömmelche“ … Perfekte Gelegenheit, mal schnell meinen Beitrag zu Disney in den Blog zu mogeln. Geschrieben hatte ich ihn schon im April, kurz nach dem wir über Springbreak in Florida waren.  Aber da war der Blog noch nicht online … jetzt aber! In Disney World gibt es 365 Tage im Jahr Karneval: Fantasievolle, bunte Kostüme. Viele Menschen. Lange Schlangen. Sich wiederholende musikalische Beiträge. So manche Parade, bei der man sich rechtzeitig die besten Plätze sichern muss.

Das Blaue an meinem Handgelenk? Das ist ein Magic Band. Das kann alles: es gewährt Zutritt ins magische Königreich von Mickey & Co, hat alle „Fast Passes“ für die attraktivsten Fahrgeschäfte gespeichert, öffnet Hotelzimmer-Türen und bezahlt Burger und Milchshakes. Außerdem kann man damit Disney Souvenirs (you name it, they have it) erwerben. Genau, auch diese entzückenden Minnie Maus-Ohren, zu denen ich mich am letzten Tag habe hinreißen lassen. Natürlich schon in Gedanken beim nächsten Kölner Karneval …

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Meine Disney-Trips

Von der Main Street, über Cinderella’s Castle bis hin zum Adventure- und Fantasyland wurde mein seit längerem gehegter Verdacht, dass Reisen zum selbst ernannten „Happiest Place on Earth“ einen Top-Platz unter den Statussymbolen der Amerikaner einnehmen, gründlich bestätigt. Wahrscheinlich rangieren die Ausflüge in die bunte Vergnügungsindustrie sogar noch vor dem Besitz eines John Deere Aufsitz-Rasenmäher, einer leistungsstarken Schneefräse, einem XL-Grill, dem PS-starken SUV oder dem Erfolg der Kinder beim Sport. But that’s another story. Klar ist, dass in punkto Walt Disney World zählt, wie oft man die künstliche Zauberwelt besucht hat. Viele Familien kommen Jahr für Jahr, Paare verbringen ihre Flitterwochen dort, beliebt sind Reisen über drei Generationen.

Dicke Disney-Reiseführer und unzählige Webseiten beschäftigen sich mit der perfekten Planung der magischen Tage. Disney Travel Agents beraten, wie man am optimalsten (sprich mit möglichst geringen Wartezeiten) den Attraktionen-Parcours durch die fantastische Park-Parallelwelt durchläuft. Noch bevor man sein Zuhause verlässt, ist festgelegt, wann man welchen „Ride“ unternimmt und wo man wann zum Essen geht (Stichwort ‚Dining Plan‘). Ob man sich ein Blumenbouquet mit Mickey-Ohren aufs‘ Zimmer bringen lässt oder Fotos für die nächste Weihnachtskarte per ‚Memory Maker‘ vom Disney Fotoprofi an festgelegten Picture Spots schießen lässt. Der gesamte Aufenthalt kann selbstverständlich per „My Disney“ App gemanaged werden.

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„Extra Magic Hour“

Wer in einem Disney Resort wohnt, darf schon um 7 Uhr, und nicht erst zur regulären Öffnungszeit um 8 in den Park. „Extra Magic Hour“ heißt das Konzept, mit dem man den Gästen anderer Hotels ein Schnippchen im Morgengrauen schlägt. Wenn man die Zeit für den Weg per Bus-Shuttle vom Hotel zum Parkeingang und vielleicht noch den schnellen Schluck Kaffee zum Wachwerden (natürlich nur aus dem Coffeemaker im Zimmer, für ein ausgedehntes Frühstück gibt es keine extra magic minutes) berücksichtigt, heißt das um 5.30 Uhr raus aus den Federn. Hatte jemand gesagt, dass Disney ein Erholungsurlaub ist?

Erholen können Sie sich woanders .. vielleicht auf einer Disney-Cruise. Da sitzt man mit Mickey und seinen Freunden in einem Boot und macht an Disney-eigenen Inseln halt. Oder man wird Mitglied im Disney Vacation Club … die magischen Möglichkeiten sind unbegrenzt. Your bank account is the limit.

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Trotz vieler wunderlicher Dinge hatten wir eine ’super jeile zick‘ in Florida. Zu unseren Abenteuern beim großen Wettbewerber „Universal Studios“ mit seinen fantastischen Harry Potter Welten dann ein anderes Mal. Feiert‘ erst mal schön, liebe Kölner! Schließlich hält der Karneval ja auch jede Menge magische Momente bereit. 😉

Leise „En unserem Veedel“ summend sage ich …

 

goodbye halloween! hello holiday season!

Hi there,

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Halloween war vorvorgestern! Unser drittes Grusel-Fest in Amerika, und wie schon in den Jahren zuvor passte das Wetter wieder bestens. Grrrrr! Aber auch wie schon so oft hier in Michigan, fährt es Rollercoaster mit uns. Seit Sonntagmorgen hat sich die Sonne wieder am Himmel erhoben, heute war es gefühlte 25 Grad warm. No kidding: kurze Hosen und T-Shirt im November. Natürlich gilt es auf der Hut zu sein: am nächsten Wochenende könnte ja der erste Schnell fallen. Das wäre dann wiederum passend zur seit Montag befohlenen Saison, der „Holiday-Season“. Erster Akt: Thanksgiving. Zweiter Akt: Christmas.

Die Transformation in den Geschäften erfolgte umgehend: schwarz-graue Halloween Reste ab in die letzte Ecke, 70 % off Schild dran. Rot-grün-weiße Weihnachtsartikel in Pool-Position. Eine weitere Ecke ist für Thanksgiving reserviert – alles in braun, orange-Tönen. Erntedank auf amerikanisch.

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Sonntag haben die Fenstermaler in Downtown mit ihrer Arbeit begonnen. Sie verpassen Ann Arbors‘ Schaufenstern jedes Jahr im November ein winterlich-weihnachtliches Fensterbild. Per Hand phantasievoll aufs‘ Glas gepinselt. Das sieht wunderschön und weniger kommerziell wie so vieles andere aus.

Auch die Supermärkte legen den Schalter um: Halloween Candy auf die Reste-Theke, Hochglanz-Holiday-Kataloge mit Truthahn & Co. raus.

Klar, auch in Deutschland sind Weihnachten und andere Festivitäten ein großes Geschäft. Ich erlebe das hier aber um ein vielfaches krasser. So manches unsinnige Produkte bringt das Saisongeschäft dabei in die Läden: Trick or Treater Klamotte und Halloween Candy für den Hund, weihnachtliche Leckerlis und Spielzeuge für Hund und Katze, die Weihnachtswindel fürs‘ Baby. Really??

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Um den Spuk vor dem 31.10. so richtig anzuheizen, gibt es einen relativ neuen Trend in Sachen Halloween: Haunted Attractions, Orte, an denen es spukt. Wir haben dieses Jahr einen „Haunted Hayride“ gemacht, eine nächtliche Ausfahrt auf einem Heuwagen durch das „Valley of the Lost“ … boooo! Das war vergleichsweise harmlos, da gibt es üble Sachen, wo einem tatsächlich das Gruseln gelehrt wird.

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Soweit noch schnell zu Halloween 2015. Ach ja
und noch was: trotzdem ich den Kölner Karneval vermisse, habe ih auch im dritten Jahr so gar keine Lust verspürt, mich zu verkleiden. Halloween liegt mir nicht im Blut. Und der ganze Wahnsinn drumherum wohl auch nicht so. Ich freue mich dann mal auf Glühwein, Cookies & Co. 🙂