Around the USA

10 days to go … Climate change is real


Hi there!

Der kleine Shuttle-Bus, der uns zum „Exit Glacier“ bringt, stoppt kurz. „Hier hätten wir im Jahre 1815 vor einer Wand aus Eis gestanden“, erklärt unsere Fahrerin. Das erste Jahres-Schild, das den Rückgang des Gletschers seit Ende der kleinen Eiszeit vor über 200 Jahren markiert. Ab einer kleinen Ranger-Station geht es zu Fuß weiter. Weitere Jahreszahlen-Schilder stehen als stumme Zeugen entlang des Weges bis zum Gletscher-Rand. In den letzten 15 Jahren schrumpfte des Exit Gletscher fast doppelt so schnell, als in über 100 Jahren zuvor zusammen. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass auch die anderen Gletscher Alaskas immer schneller abschmelzen. Traurige Rekorde.

Der Exit Glacier wird vom „Harding Icefield“, dem größten der letzten vier Eisfelder der USA, gespeist. Seinen Namen erhielt er, weil er bei der ersten aufgezeichneten Überquerung des Harding Eisfeldes 1968 als Ausgang diente. Das 780 Quadratkilometer große Eisfeld liegt wie eine gigantische Decke aus Schnee und Eis über 40 Gletschern, die von dem Eisfeld in alle Richtungen abgehen und von ihm genährt werden. „Jeden Winter fällt zwar neuer Schnee auf das Feld. Aber leider schmilzt das Eis aufgrund der steigenden Temperaturen schneller, als der Schnee Nachschub liefern kann,“ erklärt uns der Park-Ranger.

Im Sommer 2015 besuchte Barack Obama die Region auf der Kenai Halbinsel und ließ sich auch zu den Gletschern im Kenai Fjord fahren. „Das ist spektakulär. Das müssen wir für unsere Enkel erhalten“, sagte er anläßlich seines Besuches. Das scheint Lichtjahre her. Erst im letzten Jahr ist die aktuelle US-Regierung aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen ausgestiegen. Gesetze zum Umweltschutz wurden aufgeweicht oder abgeschafft. Das „Der Klimawandel ist eine Erfindung der Chinesen“-Geschrei versucht lauthals die eindeutigen Warnungen von Klimaforschern zu übertönen. Auch der Park-Ranger wird deutlich, nennt Fakten und Ursachen für die offensichtlichen Veränderungen. „The only good news is: we caused it, but we can do something against it. We can reduce our individual ecological footprints“, sagt er und nennt ein paar einfache Beispiele: „Use more often public transportation, travel with a refillable water bottle, carry your reusable bags to the store, and … vote for the right people.“ YES!!!

Zum ersten Mal Gletscher so hautnah zu erleben, gehörte zu den eindrucksvollsten Erlebnissen unserer Reise. Neben dem Exit Glacier (einer der wenigen, die man überhaupt zu Fuß erreichen kann) haben wir sogenannte Tidewater-Gletscher im Kenai Fjord und im Prince William Sound gesehen. Das Wetter war an diesem Tag noch nicht mal schön. Trotzdem stockte mir fast der Atem, als wir uns dem ersten großen Gletscher im Prince William Sound näherten. Die unwirklichen Farben (die bei bewölktem Wetter besonders intensiv erscheinen, wie uns eine alaskanische Fotografin aufklärte), die fantastischen Formen der Eisblöcke, die dramatische Art, wie er sich der Gletscher groß und mächtig direkt vor unseren Augen ins Wasser „ergießt“. Wir haben diese Tour mit einem kleinen Boot gemacht. Eine ganze Weile dümpelten wir in den ruhigen Gewässern vor dem „Surprise Glacier“ und lauschten andächtig dem Knacken des Eises. Mehrfach durften wir das spektakuläre Schauspiel eines kalbenden Gletschers erleben. Wahnsinn, wenn hunderte von Jahren alte Eis mit einem Krachen ins Wasser stürzt.

So fantastisch diese Wunder von Mutter Natur auch sind, so schockierend ist es, mit eigenen Augen ihre offensichtliche Zerstörung zu sehen. Da der Klimawandel nur global wirksam bekämpft werden kann, macht es einen umso wütender, dass viele wesentliche Entscheidungsträger so wenig achtsam mit unserem blauen Planeten umgehen.

 

 

12 days to go … All aboard!

Hi there,

„Traveling on the Alaska Railroad really captures the essence of Alaska.“ Erin Kirkland, Alaska Travel Expert

„Coming up to your right: the little town of Nenana“, ertönt eine freundliche Stimme. Sie gehört einem Student Tour Guide der Alaska Railroad, die in den Sommermonaten mit an Bord des Denali Star, Coastal Classic und Glacier Discovery Zuges geht. Die Guides informieren die Reisenden über Besonderheiten entlang der Strecke und halten nach Tieren Ausschau. Mit viel Begeisterung erzählen sie spannende Geschichten, die sich entlang der Schienen ranken. Zum Beispiel die, das sich in einem kleinen Dorf vor einigen Jahren zwei der meist gesuchtesten Männer der USA versteckt hielten. Das Reisen mit der Alaska Railroad ist ein ganz besonderes Erlebnis. Fast schon eine familiäre Angelegenheit. Gleich zu Anfang wird man eingeladen, im Zug umherzulaufen, die Freiluft-Wagen oder das Glaskuppel-Abteil, das einen 180 Grad Panoramablick auf die fantastische Landschaft bietet, zum Fotografieren und Staunen aufzusuchen. Das macht die Fahrt super kurzweilig. Auf einigen Abschnitten gerät man gar in Streß, so viele wunderbare Foto-Gelegenheiten gibt es. Ich bin quasi ständig in Bewegung gewesen, um die sich permanent ändernde Szenerie aufzusaugen. Hinter jeder Kurve ein neues fantastisches Natur-Bild. Wie ein nicht enden wollender Film zieht die grandiose Landschaft mit ihren Bergen, Canyons, Flüssen, Gletschern, Seen, satten Wiesen, Fjords, grünen Wäldern und Tälern an einem vorüber. Wir konnten Adler, Bären und Elche entlang der Zugstrecke beobachten.

Die Alaska Railroad wurde 1923 fertiggestellt. Sie läuft von Fairbanks im Norden bis nach Seward am Kenai Fjord im Süden. Genau den rund 800 km langen Weg haben wir mit dem Zug bereist, und dabei drei Zwischenstopps eingelegt: am Denali National Park, in der kleinen Stadt Talkeetna und in Anchorage. Vier Abschnitte, alle unterschiedlich, alle ein einzigartiges Erlebnis. Alaska Railroad bietet auf einem Abschnitt sogar „Flag Stops“ an. Mit einer weißen Tuch kann man den Zug überall entlang der Strecke anhalten, um Aufzuspringen. Ein Angebot für Einheimische, die im Hinterland leben. Aber auch für Besucher, die am Morgen irgendwo aussteigen, eine Weile wandern, und sich am Nachmittag wieder zum Ausgangsort zurückfahren lassen.

Auf einer unserer Reise-Abschnitte hielt der Zug in einer kleinen Ortschaft, um den Lokführer mit seiner Tochter aussteigen zu lassen. Schichtwechsel mitten im Nichts. Auf dem Weg nach Anchorage hatte der Zug zwei Stunden Verspätung. Einige Passagiere hätten ihren Flieger verpasst. Kein Problem. Irgendwo vor Anchorage wurde der Zug einfach gestoppt. Dort wartete bereits der vom freundlichen Zugpersonal organisierte Taxi-Transport zum Flughafen. Undenkbar bei der Deutschen Bahn. Aber auch wohl einzigartig für eine nordamerikanische Eisenbahngesellschaft.  Die Alaska Railroad gehört übrigens dem Staat Alaska und ist nicht mit einer anderen amerikanischen oder kanadischen Zuggesellschaft verbunden. Neben Passagieren werden auf allen Abschnitten auch Waren transportiert.

Lässt man sich dann doch mal in seinen Sitz fallen und genießt das langsame Reisen durch diese unendlichen Weiten, ist die Fahrt fast wie Meditation. Das sanfte Ruckeln des Zuges, das melodische „Tuuut, tuuut“ und die am Fenster vorbeiziehende atemberaubende Kulisse, die zu einem großen Teil nicht über den Landweg zugänglich ist. Zum ersten Mal macht „Der Weg ist das Ziel“ für mich wirklich Sinn. Und dann haben wir noch „Alaskan Kölsch“ im Wilderness Bord-Cafe entdeckt … „Besser wäre unerträglich“, um eine gute Freundin zu zitieren. Prost!

 

20 days to go … Ausgerechnet Alaska

„Certainly, a wilderness area, a little portion of our planet left alone … will furnish us with a number of very important uses. If we are wise, we will cherish what we have left of such places in our land.“

Olaus Murie – amerikanischer Naturschützer & Wildlife Biologe

Hi there!

Freitagabend: Touchdown Detroit. Zum letzten Mal, bevor wir Ende des Monats nach Deutschland zurückkehren. Frisur saß. Trotzdem komisches Gefühl. Der mittlerweile so vertraute Gang durch das „McNamara Terminal“ zur Gepäckausgabe. Vorbei an der illy Kaffeebar, unserem letzten Stop vor jedem Abflug. Das ist so zur Tradition geworden, dass ich Panik bekomme, wenn die Zeit vor Abflug knapp wird. Seit unserer Vorabreise im Juni 2013 trage ich auch auf jedem Flug die selbe Kette. Nennt man wohl Aberglaube. Aber zurück auf den Boden der greifbaren Tatsachen. Das besagte Terminal ist ein Drehkreuz von „Delta Airlines“ und das übersichtlichste, modernste und schönste (no kidding!!) Terminal, dass wir in den USA kennen. Wir haben es gemeinsam mit Delta richtiggehend lieb gewonnen. Von hier aus sind wir zu allen unseren Reisen innerhalb der USA aufgebrochen. Ein Stück Heimat. In 21 „lower 48“ – Staaten haben wir unsere Füße im Laufe Zeit gesetzt. Quiz-Frage: welche beiden Staaten gehören nicht zu den sogenannten „lower 48“? Exactly! Hawaii und Alaska. Beide wurden 1959 US-Bundesstatten. Alaska im Januar als Nr. 49, Hawaii im August als Nr. 50.

„Ausgerechnet Alaska“ (wer kennt die gleichnamige amerikanische TV-Show (Original-Titel „Northern Exposure“ aus den 90er Jahren? Dazu mehr in einem anderen Beitrag) ist auch für uns der letzte US-Bundesstaat, den wir bereisen. Und obwohl Alaska und Hawaii wie Feuer und Eis erscheinen, haben sie doch einige Gemeinsamkeiten. Ihre abgelegene Lage, mehrere Flugstunden vom amerikanischen Festland entfernt;  ihre sehr besondere Atmosphäre; ihre unglaublich interessanten und entspannten Bewohner. Alaska war von 1744 – 1867 russische Kolonie, bis die USA den heutigen Bundesstaat Russland für 7,2 Millionen US-Dollar abkauften und zunächst als US Territory führten.

Der nördlichste Staat der USA ist mehr als vier Mal so groß wie Deutschland. Hat aber mit rund 740.000 weniger Einwohner als meine Heimatstadt Köln. Mehr als die Hälfte davon leben im Großraum Anchorage. Das Straßennetz deckt nur einen relativ kleinen Teil des riesigen Staates ab. Es verbindet lediglich die Gebiete mit der höchsten Einwohnerdichte mit dem „Alaska Highway“, der Hauptverbindungsstraße zu Kanada. 70% sind nicht über den Landweg erreichbar. Sogar zur Hauptstadt Juneau führt keine Straße. Sie kann nur per Boot oder Flieger angesteuert werden. Kleine Flugzeuge sind daher ein beliebtes Verkehrsmittel, um auch die entlegensten Regionen zu erreichen. Viele Alaskaner haben einen Mini-Flieger im Garten stehen, wie wir unterwegs beobachten konnten. Gleich neben einer unserer Unterkünfte gab es einen kleinen Airstrip für die Flieger der Locals.

The last frontier. Wild, gewaltig und unberührt. Noch heute gibt es unglaublich große Flächen, auf die kaum ein Mensch je seinen Fuß gesetzt hat. Diese schiere Grenzenlosigkeit macht einen Teil der Faszination Alaskas aus. Auch wenn man bei einer Reise nur Bruchteile davon erkunden kann. Drei Millionen Seen, 14 große Bergketten, 90.000 Quadratkilometer Wald, 20 Nationalparks und die längste Küstenlinie der USA machen Alaska zu einem Staat der Superlative. Das indigene Volk der Aleuten gab ihm den Namen „Alyeska“ – „The Great Land“. Flora und Fauna sind im Überfluss vorhanden. Auf Alaska’s Boden steht der höchste Gipfel von Nordamerika, 6.190 Meter erhebt sich der ganzjährig schneebedeckte Denali (Mount McKinley) über den Meeresspiegel.

Es ist auch „Land of the Midnight Sun“ mit fast 24 Stunden Tageslicht im Juni und July. Wir sind abends um neun bei noch hoch am Himmel stehender Sonne in Fairbanks gelandet. Erstaunlicherweise haben wir die ersten beiden Nächte trotz Helligkeit sehr gut geschlafen. Unsere erste Erfahrung an einem so nördlichen Ort der Welt. Aber hoffentlich nicht die letzte. Alaska hat uns in seinen Bann gezogen, for sure! Heute, wo es kaum noch weiße, unerforschte Flecken auf der Landkarte gibt, ist die Wildnis von Alaska ein sehr besonderer Ort.

Ja, das Wetter ist launisch und unberechenbar. Und ändert sich oft von einer Minute auf die andere. Wir haben von Daunenjacke mit Mütze bis hin zum T-Shirt alles getragen. Dick eingemummelt bei wolkenverhangenen Himmel auf dem Boot während einer Gletscher-Tour. Abends mit kurzen Ärmeln bei strahlender Sonne beim Outdoor Abendbrot. Die Vorhersage stimmte fast nie. Glücklicherweise meist zu unseren Gunsten. Auf keiner Reise haben wir so viele interessante Menschen mit ihren spannenden Geschichten getroffen. Es gibt also noch viel zu erzählen … stay tuned! Ich gebe auf den letzten Metern mein Bestes 😉

Ach – und wenn wir Ende Juli nach Frankfurt fliegen, nehmen wir die gute alte Lufthansa. Die fliegt vom North Terminal, Detroit ab. Da gibt es keine Kaffeebar, die wir unbedingt ansteuern müssen. Aber meine Kette werde ich natürlich tragen. In diesem Sinne: safe summer travels everybody!

45 days to go … See America

„There is nothing so American as our national parks. The scenery and the wildlife are native. The fundamental idea behind the parks is native. It is, in brief, that the country belongs to the people, that it is in process of making for the enrichment of the lives of all of us. The parks stand as the outward symbol of the great human principle.“ – President Franklin D. Roosevelt

Wer den Blog über die letzten drei Jahre verfolgt hat, weiß, dass ich die Schönheiten der amerikanischen Nationalparks besonders in mein Herz geschlossen habe. Umso verstörender finde ich die Verstöße skrupelloser Geschäftsleute und Politiker, das Konzept der geschützten National Parks aufzubrechen. Die Flächen der großen Parks erstrecken sich oft über mehrere Bundesstaaten. So teilen sich beispielsweise Wyoming, Montana und Idaho den Yellowstone Nationalpark. Nur wenn der Park, wie von President Roosevelt seinerzeit verfügt, unter Bundesverwaltung steht, kann sein einzigartiges Ökosystem auch für zukünftige Generationen als Ganzes geschützt werden. Die über 2000 Bisons, die im Yellowstone Park leben, kennen keine Staatsgrenzen. Profitgeier hingegen schon. Sie gieren nach den wertvollen Bodenschätze, die tief in der Erde vieler Parks schlummern.

Die unendlichen Weiten der Landschaft und die faszinierenden Naturbilder dieser unglaublichen Schätze werden für immer zu meinen schönsten USA Reiseerinnerungen gehören. Von den National Lakeshores „Sleeping Bear Dunes“ und „Pictured Rock“ hier in Michigan über Yellowstone, Yosemite, Grand Teton, Joshua Tree, Grand Canyon bis hin zum Hawai’i Volcanoes National Park. Und ich werde nicht müde, Werbung für sie und das einmalige Konzept des 1919 gegründeten National Park Service zu machen. Da Worte nur bedingt Schönheit und Einzigartigkeit der Parks wiedergeben können, gibt es jetzt eine Fotostrecke mit wenig Text. Here we go …

Sleeping Bear Dunes, Michigan: 35 Meilen entlang des Lake Michigan im Norden der Lower Peninsula. Der Legende nach wartete Mama Bär am Ufer darauf, dass ihre Jungen über den See schwimmen.

Pictured Rocks, Michigan: 15 Meilen entlang des Lake Superior (Oberer See) auf der Upper Peninsula

Grand Canyon, Arizona: Der Colorado River hat diesen Canyon über 40 Millionen Jahre geformt.
„The Grand Canyon fills me with awe … Let this great wonder of nature remain as it now is .. You cannot improve on it. But what you can do is to keep it for your children, your children’s children, and all who come after you, as the one great sight which every American should see.“ President Roosevelt bei seinem Besuch 1903.

Yosemite, Kalifornien: Mit dem „Yosemite Grant“ stellte President Lincoln 1864 erstmalig Land zur Erhaltung und zur öffentlichen Nutzung unter Schutz, um eine Überweidung und die Abholzung der Wälder zu verhindern.

Joshua Tree, Kalifornien: Als die Mormonen die Wüste im 19. Jahrhundert durchquerten, sahen sie in den Bäumen das Bild des biblischen Propheten Joshua, der seine Hände in den Himmel ausstreckt.

Yellowstone, Wyoming/Montana/Idaho: Der älteste Nationalpark, 1872 gegründet. Der Geysir „Old Faithful“ zog schon früh Besucher an, weil er verlässlich alle 63 Minuten 32.999 Liter glühend heißes Wasser 45 Meter hoch in die Luft schießt. Der Park ist Heimat von Grizzly Bären, Elchen, Wölfen und der größten Bisonherde der USA.

Hawai’i Volcanoes: Die aktiven Vulkane Kilauea und Mauna Loa, zahllose erkaltete Krater sowie dampfende Erdspalten sind die Charakteristika dieses einmaligen Nationalparks auf Big Island.

Grand Teton, Wyoming: Zusammen mit seinem „großen Bruder“ Yellowstone“ bildet der Park mit seiner mächtigen Bergkette, den felsigen Canyons und Bergseen das größte intakte Ökosystem der Erde in der gemäßigten Klimazone.

Morgen beginnt unser Alaska Abenteuer, mit einem weiteren großen Park, dem „Denali National Park and Preserve“. Benannt nach dem höchsten Gipfel der USA: Denali (vormals „Mount McKinley“). Drückt uns die Daumen, dass wir ihn, the „high one“, auch zu sehen bekommen! Bis in drei Wochen dann, verabschiede ich mich leise den Woody Guthrie Song summend …  „This land is your land, this land is my land. From the California to the New York island. From the Redwood Forest, to the gulf stream waters. This land was made for you and me“.

 

56 days to go … „Home state“ Texas

Hi there!

Als ich das erste Mal in die USA flog, war ich 18 Jahre alt, hatte gerade mein Abi in der Tasche und wollte „große weite Welt“ Luft schnuppern. Und so landete ich im Juni 1986 als Au-Pair in Houston, Texas. Damals wusste ich noch nicht, dass mich mit meiner Gastfamilie eine lebenslange Freundschaft verbinden würde. Meine Gastgeschwister waren bei meiner Ankunft 5, 7 und 10 Jahre alt. Heute haben sie eigene Familien und im Laufe der Jahre haben meine Gasteltern 8 Enkelkinder bekommen. Das achte und vermutlich letzte wurde Anfang diesen Jahres geboren.

Vor über 30 Jahren als junge Erwachsene hatte ich so manches Mal Heimweh, vor allem nach meiner Familie und meinen Freunden. Man konnte ja nicht mal eben per FaceTime anrufen oder schnell eine whats app versenden. Telefonieren war irre teuer. Bei 50 Dollar wöchentlichem Taschengeld überlegt man sich genau, was man in den wenigen teuren Telefonminuten sagen möchte. Zum Glück gab es R-Gespräche 😉 Und natürlich old school snail mail. Um die Mittagszeit, wenn ich das Postauto seine Runde machte, ging mein Blick sehnsüchtig zur Mailbox. Es war immer ein kleines Fest, wenn ein Brief, eine Postkarte oder gar ein kleines Päckchen an mich adressiert in der Box lag. Ich habe damals alle bunten Karten und Umschläge wie einen kleinen Schatz in einem liebevoll beklebten Schuhkarton gesammelt. Wahrscheinlich ein Grund, warum ich immer noch so gerne richtige Post bekomme und auch gerne welche verschicke. Vor einigen Jahren habe ich mit einer kanadischen Freundin eine Brieffreundschaft begonnen. So richtig mit Papier und Stift.

In diesem Jahr Houston habe ich nicht nur Englisch gelernt, sondern auch meine erste Erfahrungen mit dem American way of life gemacht. Das morgendliches Pancake flippen wurde genauso zur Routine wie das „überall mit dem Auto“ hinfahren und das ständige Frieren in Einkaufszentren oder Restaurants. Meine Beine habe ich zum ersten Mal in Houston rasiert, weil das bereits jedes amerikanische Mädchen so macht. Ich habe täglich Cola in Dosen getrunken, weil ich es cool fand. Dazu Unmengen Eistee (klar mit Unmengen Eis), bis mir klar wurde, dass mein schlechter Schlaf irgendetwas damit zu tun haben könnte. Ich bin staunend und mit großen Augen und nie nachlassender Begeisterung die Gänge der amerikanischen Drugstores und Targets abgelaufen. Wie Alice im Wunderland … Britta im Lone Star State. Ich konnte nicht fassen, wie viele Highways diese Stadt durchliefen. Oder, wieviel Land es gab. Meine Gastfamilie besitzt außerhalb von Houston eine Ranch. Als sie mich dorthin zum ersten Mal mitnahmen, war ich überwältigt. Ich dachte, das Dorf, in dem ich in Deutschland aufgewachsen bin, passt locker auf diese gigantische Fläche. Das war natürlich nicht so, aber gefühlt konnte ich kaum glauben, dass eine Familie so viel Land (mit einem Fluß drauf) einfach nur so besitzt. Schon, es gibt dort ein paar Kühe und ein Maisfeld, aber sie ernährt niemanden.

Die fünf Jahre Michigan haben uns vergleichsweise nah an Texas herangebracht, 3 Flugstunden von Detroit. Wir haben zwei Weihnachtsfeste mit der großen Familie dort gefeiert und verschiedene anderer Gelegenheiten zum Besuch genutzt. Meine Gasteltern haben uns einige Male in Michigan besucht. Unser vorerst letzter Besuch liegt keine vier Wochen zurück. Abschied nehmen war das. Zumindest bis auf weiteres. Besonders mit meiner Gastmutter und Gastschwester bin ich sehr eng. Auch unser Sohn fühlt sich in Houston zuhause. Mit fünf haben wir ihn zum ersten Mal mitgenommen. Im Kreise der Enkelkinder ist er der Cousin aus Deutschland. Ich bin dankbar für diese lange transatlantische Freundschaft. Und entsprechend tränenreich war der Abschied am Flughafen. Der erste von vielen weiteren, die folgen werden. I guess that’s part of the process.

 

Countdown to Christmas …

IMG_5918

 

 

 

 

 

 

America the Beautiful – Yosemite National Park

506F1C74-E15F-4ABE-857C-A769FC9F1BFD

Der „Yosemite Grant“, unterzeichnet von Präsident Abraham Lincoln, stellte Teile des heutigen Parks bereits 1864 unter den Schutz des Staates Kalifornien. Diese Entscheidung ebnete den Weg für das spätere Nationalpark-System. Dem Naturschützer John Muir ging das nicht weit genug. Er überzeugte den späteren Präsident Roosevelt während eines Camping-Ausflugs nach Yosemite den Schutz auszuweiten, und das gesamte Gebiet in der Sierra Nevada zum Nationalpark zu erklären. Mit Erfolg. Yosemite wurde als dritter Nationalpark der USA (nach Yellowstone und Sequoia) unter den Schutz des Bundes gestellt.

„This grand show is eternal“, hat John Muir über Yosemite gesagt. Das ist sie, hoffentlich. Angesichts der überwältigenden Natur, die sich vor einem hier ausbreitet, wird man selbst sehr klein und demütig. Und es wird einem wieder einmal mehr bewusst, wie wertvoll diese fantastische Natur ist. Und wie wesentlich es ist, diese großen und verletzlichen Ökosystem der Erde zu schützen und für nachfolgende Generationen zu bewahren.

DSC_1189

DSC_1190

DSC_0225-3

DSC_0050-5

„As long as I live, I’ll hear waterfalls and birds and waterfalls sing. I’ll interpret the rocks, learn the language of flood, storm and the avalanche. I’ll acquaint myself with the glaciers and wild gardens, and get as near the heart of the world as I can.“ John Muir

Countdown to Christmas …

IMG_5917

 

 

 

 

 

 

Love conquers all

IMG_E3117

LOVE by Laura Kimpton and Jeff Schomberg

„The ‚LOVE‘ sculpture has become a symbol of hope in Sonoma County“, sagte die Inhaberin der „Paradise Ridge Winery“ im Sonoma Valley in einem Interview. Das Weingut wurde während der schlimmen Waldbrände im Oktober diesen Jahres zum Teil zerstört. Drei Monate zuvor hatten wir das Weingut mit seinem Skulpturengarten, den die Familie über viele Jahre zwischen den Weinhängen angelegt hat, besucht.

DSC_0008-6

Ironischerweise stammen viele der Skulpturen vom „Burning Man“ Festival, das einmal im Jahr in der temporär errichteten Stadt „Black Rock City“ in der Wüste Nevadas stattfindet. Acht Tage lang feiern dort inzwischen 70.000 Menschen eine große Party und sich selbst. In schrillen Kostümen tanzen die Teilnehmer dem Sonnenaufgang und Sonnenuntergang entgegen. Sie lassen sich inspirieren von der spirituellen Atmosphäre mitten in der Wüste. Für viele ein Selbstfindung-Trip. Über diesem surrealen Gemeinschafts-Spektakel lodern die Flammen der Stahl-Skulptur „Burning Man“. Daneben gibt es unzählige weitere phantastische, surreale Skulpturen, die sogenannten „Art Cars“. Sie sind auf Räder gebaut und laden die Teilnehmer zu einer Reise durch die Wüste und zu sich selbst ein. Atemberaubender Höhepunkt dieses für viele „life changing“ Events ist das „Abbrennen“ sämtlicher Kunstinstallationen am letzten Tag.

5676FB0B-7753-4265-8465-AC0576B70F07

DA5144C8-D03F-4565-8E6D-2EA83DCF3270

IMG_E3126

DSC_1080-3

„The Temple of Remembrance“ (David Best, 2013)

DSC_1114-3

P.S. Mehr Installationen vom „Burning Man“ Festivals gibt es bei „google Bilder“ … ich kann mich da gar nicht satt sehen.

Countdown to Christmas …

IMG_5883

 

 

 

 

 

 

 

The Fish! Philosophy

D62D3991-F13F-4A6B-8407-D4F537950EDB

615573E5-DFEB-4588-AE57-3A0F1838D7E9

Ich habe es erst geschnallt, als ich an einem der Fischstände am berühmten „Pike Market Place“ in Seattle zuschaute, wie die Fische durch die Luft flogen. Ah!!!! Richtig! Hier haben sich die Autoren der Fish! Philosophy 1998 inspirieren lassen. Die ungewöhnlich motivierten und gut gelaunten Fischverkäufer brachten sie auf die Idee, hieraus ein Motivations-Konzept für Mitarbeiter in Unternehmen abzuleiten. Der Ansatz, dass die eigene Einstellung entscheidend dafür ist, wie viel Freude man an der täglichen Arbeit hat, war zwar auch damals schon nicht neu. Aber über das lebendige Beispiel der Fischerverkäufer transportiert,  lässt es sich sehr unterhaltsam und einprägsam präsentieren. Die einfache Botschaft: Man hat so viel Freude am Arbeitsplatz, wie man sich selbst macht. Und diese positive Energie strahlt auch auf andere ab. Das haben die Fischerverkäufer am Pike Market Place in Seattle zu ihrer Maxime erhoben. Ihre Arbeit ist ein Knochenjob. Aber sie haben sich entschieden, alles, was sie ohnehin tun müssen, mit Freude zu tun. Nicht nur sie, auch die Kunden haben riesigen Spaß an der täglichen Show auf dem Fischmarkt. Das Buch habe ich vor vielen Jahren gelesen. In Seattle wurde es dann sehr lebendig … als es bei mir endlich klick gemacht hatte.

Countdown to Christmas …

IMG_5720

 

 

 

 

 

 

„Elvis Honeymoon Hideaway“ – Palm Springs 

DSC_0453

DSC_0476

DSC_0458

DSC_0471

DSC_0472

In Palm Springs erholen sich seit den 1930er Jahren Hollywood Stars und Sternchen vom anstrengenden Filmgeschäft in Los Angeles. In der „The Movie Colony“ besaßen Celebrities wie Marilyn Monroe, Frank Sinatra und Cary Grant zwischen 1930 und 1960 Häuser. Der vorherrschende Architekturstil in Palm Springs ist „Mid-Century Modern“. Unterhalb der Ausläufer der San Jacinto Mountains, mit fantastischen Panoramablick auf die Santa Rosa Mountains und das Coachella Valley hat auch Elvis Presley das sonnige Leben in der Wüstenstadt genossen. Nach der Hochzeit mit Priscilla in Las Vega hat er seine Braut, den „Hawaiin Wedding Song“ aus dem Film Blue Hawaii singend, die Treppen zum „Honeymoon Hideaway“ hinaufgetragen. Neun Monate nach den ausgedehnten Flitterwochen in Palm Springs wurde Tochter Lisa geboren. 😉

 

 

Countdown to Christmas …

IMG_5595

 

 

 

 

 

 

„If you’re going to San Francisco,
be sure to wear some flowers in your hair.“
Scott McKenzie

DSC_0731-4

Gestern war Winter, heute ist Sommer! Zumindest hier im Blog. Summer of Love. Mit einer Blume im Haar auf den Spuren der Blumenkinder. Die im August 1967 aus aller Welt nach „Haight-Ashbury“ strömten, und den Stadtteil am Golden Gate Park zum Epizentrum der Hippie-Bewegung machten. Mit ihrer Sehnsucht nach einem einfachen Leben, freier Liebe, nach Gemeinschaft, Frieden und künstlerischer Freiheit. Ein Gegenentwurf zum bürgerlichen Leben ihrer Eltern. Die Suche nach neuen Formen der visuellen Kommunikation drückte sich in psychedelisch wirkenden Motiven für Konzert- und Veranstaltungsposter aus. Ok, der Konsum von Marijuana und LSD mögen auch ihren Teil dazu beigetragen haben. Vorübergehend bildeten sich in Haight-Ashbury offene Wohngemeinschaften. Viele bekannte Künstler, Musiker und Schriftsteller waren Teil der Bewegung.

Auch heute noch ist Haight-Ashbury ein lebendiger, unangepasster Stadtteil. Straßenmusiker, Hare Krishna Anhänger, Freaks, Neugierige aus aller Welt prägen das bunte Straßenbild. Bei „Love on Haight“ gibt es schrille Batik-Klamotten, bei „Hippie Thai“ makrobiotisches Essen. Farbenfrohe Wandbilder halten die Erinnerung an den Sommer der Liebe wach. Irgendwie wabert der Geist des „Summer of Love“ über ganz San Francisco. Farbenfroh, kreativ, offen, unkonventionell.

Die Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum im „De Young Museum“ im angrenzenden Golden Gate Park zog so manches ehemalige Blumenkind an. Wir hörten das ein oder andere „Weißt du noch?“ „Ja, so war das damals.“ … Damals, als ich im August 1967 das Licht der Welt erblickte. Mein persönlicher „Summer of Love“. 😉

7EF6F1CD-FBB0-4760-9644-C1895342F8E6

DSC_0691-3

02348BD0-F467-44C2-B887-A5FC790B9C81

5F1CCDD8-B605-419D-81C6-918BB8B91CD7