Henry Ford

Countdown to Christmas …

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Thomas Edison’s Denkfabrik

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Thomas Edison’s „Menlo Park“ und im Besonderen das „Laboratory“ sind meine Lieblingsorte im „Greenfield Village“. Henry Ford ließ das riesige Freilichtmuseum errichten, um die Geschichte der industriellen Revolution und des Lebens in Amerika dieser Zeit lebendig werden zu lassen. Er glaubte an die Kraft solcher anschaulichen Orte als die besseren Lehrmeister. „Those places can teach more than books can“. Ford war ein großer Bewunderer und enger Freund von Thomas Alva Edison. Und so wurde das weltweit erste Forschungs- und Entwicklungszentrum „Menlo Park“, das Edison ab 1876 in New Jersey betrieb, in Ford’s Greenfield Village als Hommage an den großen Erfinder Teil des Museums. Errichtet auf Erde, die eigens aus New Jersey nach Dearborn gebracht wurde, zum Teil aus Originalteilen, zum Teil rekonstruiert nach alten Fotografien. 1877 erfand Edison hier das Grammophon, was ihn weltweit berühmt machte. Erst zwei Jahre später stellte er die erste Kohlefaden-Lampe her, die hell und mehrere Tage lang brannte. Die Glühbirne selber gab es bereits. Aber es war Edison, der sie perfektionierte und sinnvoll nutzbar machte. Insgesamt hat Thomas Edison über 1000 Patente angemeldet. Darunter wichtige Erfindungen wie das erste Stimmen-Aufnahmegerät, das erste automatische Telegrafie-Gerät, den ersten elektrischen Generator, die erste Filmkamera, sowie die ersten elektrischen Lichtsysteme für Städte.

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Als das Greenfield Village im Oktober 1929 feierlich eröffnet wurde, stellte Edison den Moment, als er die Glühbirne zum Erleuchten brachte, nach. Am fast gleichen Ort, 50 Jahre nach dem historischen Augenblick. Neben Henry Ford war auch der damalige Präsident Hoover anwesend, das Ereignis wurde in ganz Amerika über das Radio übertragen. Ford ließ anschließend den Stuhl, auf dem Edison während der Aktion gesessen hatte, auf dem Boden festnageln. Als viele Jahre später der Boden erneuert wurde, musste um diesen Teil herum gearbeitet werden. Living History!

Detroit – the Motor City

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Foto: Walter P. Reuther Library, Archives of Labor and Urban Affairs, Wayne State University
Ford Model T auf einer winterlichen Ausfahrt auf der Belle Isle, Detroit 

Hi there,

während ich die Eindrücke unserer Winterferien an die Westküste noch auf mich wirken lasse, schiebe ich erst mal einen Beitrag aus der Motor City ein. In Detroit dreht sich gerade alles wieder um die Zukunft unserer Mobilität, auf der „North American International Autoshow“. In den Messehallen des Cobo-Centers blinkt traditionell viel poliertes Chrom. Aber Detroit und Michigan haben sich über die Fahrzeugproduktion hinaus auch als globale Forschungszentren für autonome Fahrzeug-Technologie etabliert. Dieser Entwicklung trägt der Bereich „AutoMobiliD“ auf der Messe Rechnung. Hier decken Hersteller, Zulieferer und Tech Start-ups die Bereiche Autonomes Fahren, Elektro-Mobilität und Konzepte für urbane Mobilität ab. Hier werden Technologien und Initiativen gezeigt und diskutiert, die uns zukünftig „bewegen“ werden.

Detroit also wieder. Mehr als 100 Jahre nachdem Henry Ford in dieser Stadt das Fließband als neuen Produktionsprozess für sein legendäres „Model T“ etablierte, und damit den Grundstein für die Motorisierung der Welt legte. Die Motor City, in der das historische Herz der amerikanischen Automobilindustrie schlägt, möchte erneut Geschichte in Sachen Mobilität schreiben.

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Aus den Pionierzeiten der automobilen Entwicklung sind leider nicht mehr viele Orte in Detroit erhalten. Ein Juwel hat die bewegten Zeiten jedoch überdauert, die „Ford Piquette Avenue Plant“. Ein dreistöckiger Backsteinbau, in dem Henry Ford 1904 mit 41 Jahren den zweiten Sitz der „Ford Motor Company“ einrichtete. Das Gelände wird heute von der non-profit Organisation „Model T Automotive Heritage Complex“ als Museum betrieben und gilt als älteste öffentlich zugängliche Autofabrik der Welt. Trotzdem ist es ein wenig Geheimtipp, denn die meisten Detroit Besucher touren die „River Rouge Factory“ von Ford, in der noch heute produziert wird. Aber wenn man sehen will, wo alles angefangen hat, wo das berühmte Model T geboren wurde, dann kommt man hierher, ins ehemalige Herz des automobilen Detroits. Reist zurück in die Pionierzeiten der Automobils, atmet historische Luft und hat fast das Gefühl, Henry Ford säße noch in seinem Büro oder tüftle im Entwicklungsraum an jenem Produkt, dass unsere Lebensweise so massiv veränderte wie kaum ein zweites. „From here, he put the world on wheels“, sagt einer der freiwilligen Tour-Guides und ehemaliger Ford Mitarbeiter stolz zu Beginn unserer Tour. In Kleidung jener Zeit wird hier die Geschichte erzählt, die den Transport und die amerikanische Industrie revolutionierte. Aber eins nach dem anderen …

Dem Model T gingen verschiede Modelle voraus, aber keines war geeignet für die Serienproduktion. Schließlich ließ Henry Ford einen „Experimental Room“ im dritten Stock des Piquette Avenue Gebäudes einrichten, wo er mit einem kleinen Team an einem neuen Model arbeitete. Endlich 1908 gelang es, das Fahrzeug, von dem der umtriebige Tüftler geträumt hatte, zu entwickeln. Es war leichter als seine Vorgänger, günstiger in der Produktion, einfach zu fahren, auch auf schlechten Landstraßen oder in widrigen Wetterbedingungen, sehr stabil, und hatte fünf Sitzplätze. In den nächsten 15 Monaten rollten 12.000 (!) Model T’s aus der Piquette Avenue Plant und wurden von hier auf die Schiene verladen. Ich bin immer noch beeindruckt, das in diesen heute so nostalgisch anmutenden Räumen tatsächlich so viele Autos – quasi von Hand – gefertigt worden sind.

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Der „Experimental Room“ mit Zeichentisch und Henry Ford’s Sitzplatz 

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Das Model T wurde zu einem der beliebtesten Fahrzeuge und die Ford Piquette Plant schnell zu klein, um den steigenden Bedarf zu decken. Mit dem Umzug in die neu gebaute „Highland Park Plant“ schlug Ford ein neues Kapitel in der Automobilproduktion auf. Highland Park wurde 1913 die erste Produktionsstätte weltweit, die Autos per Fließband produzierte. Die Produktionszeit eines Model T sank von 728 auf 93 Minuten. Kostete ein Fahrzeug in der herkömmlichen Methode 700 Dollar, konnte es nun für 350 Dollar angeboten werden. Das machte es für die meisten Amerikaner erschwinglich. Henry Ford wollte, dass auch seine Arbeiter sich einen Ford leisten konnten und zahlte ihnen mit 5 Dollar pro Stunde einen drei Mal höheren Stundenlohn als allgemein üblich. Außerdem reduzierte er die Arbeitszeit von 9 auf 8 Stunden und etablierte einen 3-Schichtbetrieb. Das Model T wurde nun rund um die Uhr produziert und zum meistverkauften Auto der Welt. Zwischen 1908 und 1927 wurden in den USA 15 Millionen Stück gebaut. Heute existieren nur noch ca. 1% aller gefertigten Exemplare. Das Konzept des Fließbandes entstammt übrigens nicht einem Geistesblitz von Henry Ford. Er schaute sich das Prinzip der Fertigungsstraße auf den großen Schlachthöfen von Chicago ab, und kopierte es nach monatelangen, aufwändigen Versuchen für seine Autofertigung.

Trotz mehrfacher Erweiterung der Highland Park Plant, wurde Ende 1920 ein weiterer Umzug in die „River Rouge Plant“ notwendig. Über die Rouge Plant, wo heute der Pick-up Truck F-150 produziert wird, dann ein anderes Mal. Für heute mag ich es bei einem Stück faszinierender Industriegeschichte belassen.

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Als wir den Geburtsort des Model T verlassen und noch einmal zurück blicken, scheint es fast so, als würde Henry Ford uns hinterher schauen …