5 days to go … should I stay or should I go?

„You will never be completely at home again, because par of your heart will always be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.“
Miriam Adeney

Hi there!

Es ist immer heiß, wenn Umzug bei uns passiert. Im Juli 2013 haben die Umzugsleute in Köln geschwitzt, als sie unsere Sachen vom dritten Stock hinuntergetragen haben. Als der Container dann im September hier in Ann Arbor ankam, war es ebenfalls sehr heiß und schwül. Und auch heute steht die Sonne hoch am Himmel und das Quecksilber zeigt 30 Grad. I know … verglichen mit den aktuellen Temperaturen in Deutschland ist es hier quasi kühl. Anfang September soll das Schiff in Rotterdam ankommen … ich gehe dann mal von einem wunderbaren September in Köln aus 😉

Heute wurde aber erst mal eingepackt. Nach und nach verschwanden unsere Sachen in Kisten. Nach und nach sieht das Haus weniger nach einem Zuhause aus. In den letzten zwei Wochen haben wir wie irre aussortiert, einen Garage Sale veranstaltet, vieles an Freunde und Nachbarn verschenkt, ein Auto voller Kisten zur Salvation Army gefahren. Eine hervorragende Entschlackungskur für unseren Hausstand. Der Versuch, möglichst nichts mitzunehmen, was wir nicht mehr brauchen. Ich befürchte, es werden trotzdem ein paar Dinge mit über den Atlantik schippern. Well.

Eine amerikanische Freundin, die viele Jahre in Deutschland und England gelebt hat, meinte letztlich „International moves make you realize, what is really important.“ Für sie waren das nicht irgendwelche teuren Geräte oder Möbel, sondern ihr Geschirr von Ikea. Sie lädt gerne zu Dinner-Parties ein. Auch wir sind hier in den Genuss zahlreicher köstlicher Abende bei ihr gekommen. „Diese schönen Abende mit Freunden sind es, die mir etwas bedeuten und an die ich mich später gerne erinnern möchte. Um auch am neuen Wohnort wieder für bleibende Erinnerungen zu sorgen, benötige ich mein Ikea Geschirr.“ Wie so oft sind es die kleinen Dinge, die wirklich zählen.

Jetzt am Abend türmen sich die Kisten im Haus. Neben dem üblichem Kram werden jede Menge USA, Michigan, Ann Arbor und Detroit Memorabilia ab Freitag ihren Weg nach Köln antreten. Aber die wirklichen Erinnerungen benötigen keine Umverpackung, die reisen in unseren Herzen mit. Und es ist viel, was sich da über die letzten fünf Jahre angesammelt hat. Our hearts are so full. Höre ich mich da gerade ein wenig amerikanisch-kitschig an? Grins. Hat wohl ein wenig abgefärbt. Ich spreche ja auch automatisch eine Oktave höher, wenn ich mich mit amerikanischen Freundinnen unterhalte. Aber das nur am Rande.

Heute Morgen hing nur noch ein einsamer Bierdeckel am Kühlschrank … Im Herzen Kölsch. In diesem kleinen Satz schwingt sehr viel Hoffnung mit, dass ich mich dort wieder genauso Zuhause fühlen werde, wie vor unserer Abreise. Auch wenn Michigan für immer seinen Platz in unseren Herzen (und in unseren Schränken ;-)) erobert hat.