Grand Rapids

xmas countdown

 

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„Everything is art. Everything is politics.“ Ai Weiwei

An drei ganz unterschiedlichen Orten durfte ich Arbeiten von Ai Weiwei bisher sehen. Das erste Mal vor vielen Jahren im Martin-Gropius-Bau in Berlin. Dann 2017 in Grand Rapids, einer kleinen Stadt mitten in Michigan. Who would have guessed? Und zuletzt im August in Düsseldorf, wo seine aktuellen Arbeiten vollständig gezeigt werden konnten. 

Der Chinese Ai Weiwei ist nicht nur Konzeptkünstler, er ist auch Menschenrechtsaktivist und ein scharfer Kritiker der chinesischen Regierung. Wegen systemkritischer Äußerungen wurde er 2011 inhaftiert und hatte bis 2015 Reiseverbot. Seine Raum füllenden Installationen und die konzeptionellen Ideen dahinter beeindrucken mich sehr. Spannend fand ich die, welche Details der Düsseldorf Ausstellung auch in Michigan zu sehen waren. Ai Weiwei lebt aktuell in Berlin. 

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„Iron Tree“ 2013 (Grand Rapids, Michigan) 

Der Baum besteht aus 99 einzelnen Eisenstücke.  Sie wurden von Ästen, Wurzeln und Stämmen verschiedener chinesischer Baumarten gegossen.  Riesige Stahlschrauben halten den Baum zusammen. Die Skulptur drückt Ai Weiwei’s Interesse an Einzelteilen und die Bedeutung des Individuums für das Funktionieren des großen Ganzen aus. 

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„Straight“ 2008 – 2012 (Düsseldorf)

164 Tonnen Armierungseisen, die Ai Weiwei nach dem verheerenden Erdbeben von Sichuan 2008 aus eingestürzten Schulgebäuden bergen ließ. Er hat sie wieder geradegebogen. Als mahnende Erinnerung an die jungen, unschuldigen Opfer der Katastrophe. Und als Anklage gegen Korruption und Pfusch am Bau. 

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„Porcelain Rebar“ 2015 (Grand Rapids, Michigan) 

Beton soll Stahl verstärken. Deformierter und ineinander verwickelter Beton wurde massenhaft nach dem Erdbeben von Sichuan gefunden. Ai Weiwei hat diese Teile in Porzellan nachbilden lassen. Ein fragiles Material als Hinweis auf die Zerbrechlichkeit des Lebens. Bunt, weil Kindheit eigentlich unbeschwert aufwachsen sollten.

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„Sunflower Seeds“ 2010 (Düsseldorf)

Für diese Installation ließ Ai Wieweit über 60 Millionen Sonnenblumenkerne aus chinesischem Porzellan fertigen und per Hand bemalen. Traditionelles Handwerk im Zeitalter von Massenproduktion. Die großformatigen chinesischen Tierkreiszeichen sind aus Legosteinen gefertigt. 

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist IMG_0127-1024x1024.jpg„Life Cycle“ 2018

Die über 17 Meter lange Skulptur aus Bambus und Sisalgarn zeigt ein riesiges Boot mit mehr als 100 Menschen, die über das Mittelmeer fliehen.

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„Laundromat 2016 (Düsseldorf)

Während der Dreharbeiten seines Dokumentarfilms „Human Flow“ besuchte Ai Weiwei das griechische Flüchtlingslager Idomeni. Er ließ 2000 Kleidungsstücke, die die Bewohner bei ihrer Vertreibung aus dem Lager zurückließen, nach Berlin bringen und aufarbeiten. In der Ausstellung wirken sie wie zur Abholung bereite Teile in einem Waschsalon.

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„Han Dynasty Vases with Auto Paint“ 2015 (Grand Rapids, Michigan)

„Dropping a Han Dynasty Urn“ 2016 

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„Golden Age“ Wallpaper (Michigan und Düsseldorf)

Goldene Ketten, das Twitter Logo, Überwachungskameras – ein Verweis auf die Themen Umgang mit privaten Daten bei sozialen Medien und die Überwachung durch den Staat. 

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„With flowers“ (Grand Rapids, Michigan) 

Während seines Hausarrestes von Anfang 2013 – Juli 2015 platzierte er jeden Tag ein frisches Blumenbukett in seinen Fahrradkorb vor der Tür. Solange, bis die chinesischen Behörden ihm seinen Paß und damit die Freiheit zu Reisen wiedergaben. Die Schönheit der Blumen gab Ai Weiwei Kraft für den Widerstand.

„Art is not an end, but an beginning.“ Ai Weiwei

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Countdown to Christmas …

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„The American Horse“

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Es sollte aus der Ferne bereits zu sehen sein, wie es glänzend in der Sonne steht. So Idee und Vision von Leonardo da Vinci. Er begann 1482 in Mailand mit ersten Skizzen für eine überdimensionale Pferde-Skulptur. 1493 hatte er ein lebensgroßes Modell aus Gips gebaut. Als französische Truppen die Stadt 1499 einnahmen, wurde es jedoch zerstört. Die kreative Umsetzung des Projektes schien verloren, die Idee einer monumentalen Skulptur wurde jedoch zu einer der größten Legenden in der Kunstgeschichte. 1977 erfuhr der amerikanische Pilot und Kunstsammler, Charles Dent, von der unvollendeten Skulptur. Er gründete die „Leonardo da Vinci Horse Foundation“ und sammelte 15 Jahre lang Geld, um zu beenden, was der große italienische Künstler da Vinci begonnen hatte. Leider durfte er die Realisierung nicht mehr erleben. Er verstarb 1994, nach dem er 2.5 Million Dollar Spenden zusammengetragen hatte.

Zwei Jahre später hörte der amerikanische Unternehmer und Philanthropist Frederik Meijer davon. Er war fasziniert von den gigantischen Ausmaßen und des repräsentativen Charakters des Projektes. Außerdem sah er die Skulptur als perfekte Ergänzung für seine bisher gesammelten Stücke im „Meijer Garden & Sculpture Park“ in Grand Rapids, Michigan. Er übernahm die Leitung der Stiftung und beauftragte die amerikanische Bildhauerin Nina Akamu mit der Umsetzung. Nach intensiven Studien konnte die Bronze Statue schließlich im Herbst 1999 fertiggestellt werden – über 500 Jahre nach dem Leonardo da Vinci die ersten Striche dafür zu Papier gebracht hatte. Es wurden sogar zwei Exemplare von der 7,30 Meter hohen und 10 Tonnen schweren Figur gegossen – eine für den Skulpturen-Garten in Michigan („The American Horse“), eine weitere für das Hippodrome in Mailand. So hat sich der Kreis geschlossen und die Skulpturen würdige Standorte gefunden. So, wie Leornado es sich einst ausgemalt hatte.