Around the USA

Countdown to Christmas …

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„If you’re going to San Francisco,
be sure to wear some flowers in your hair.“
Scott McKenzie

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Gestern war Winter, heute ist Sommer! Zumindest hier im Blog. Summer of Love. Mit einer Blume im Haar auf den Spuren der Blumenkinder. Die im August 1967 aus aller Welt nach „Haight-Ashbury“ strömten, und den Stadtteil am Golden Gate Park zum Epizentrum der Hippie-Bewegung machten. Mit ihrer Sehnsucht nach einem einfachen Leben, freier Liebe, nach Gemeinschaft, Frieden und künstlerischer Freiheit. Ein Gegenentwurf zum bürgerlichen Leben ihrer Eltern. Die Suche nach neuen Formen der visuellen Kommunikation drückte sich in psychedelisch wirkenden Motiven für Konzert- und Veranstaltungsposter aus. Ok, der Konsum von Marijuana und LSD mögen auch ihren Teil dazu beigetragen haben. Vorübergehend bildeten sich in Haight-Ashbury offene Wohngemeinschaften. Viele bekannte Künstler, Musiker und Schriftsteller waren Teil der Bewegung.

Auch heute noch ist Haight-Ashbury ein lebendiger, unangepasster Stadtteil. Straßenmusiker, Hare Krishna Anhänger, Freaks, Neugierige aus aller Welt prägen das bunte Straßenbild. Bei „Love on Haight“ gibt es schrille Batik-Klamotten, bei „Hippie Thai“ makrobiotisches Essen. Farbenfrohe Wandbilder halten die Erinnerung an den Sommer der Liebe wach. Irgendwie wabert der Geist des „Summer of Love“ über ganz San Francisco. Farbenfroh, kreativ, offen, unkonventionell.

Die Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum im „De Young Museum“ im angrenzenden Golden Gate Park zog so manches ehemalige Blumenkind an. Wir hörten das ein oder andere „Weißt du noch?“ „Ja, so war das damals.“ … Damals, als ich im August 1967 das Licht der Welt erblickte. Mein persönlicher „Summer of Love“. 😉

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Countdown to Christmas …

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Dreaming of a White Christmas?

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Palm Springs in der kalifornischen Wüste morgens um 7: Frühstück unter Palmen. 2 Stunden später und knapp 3000 Meter höher: „Walking in a Winter Wonderland“. Am Neujahrsmorgen 2017 bringt uns die „Aerial Tramway (Achtung amerikanischer Superlativ: die längste Seilbahn der Welt … in einem Stück!) ganz unerwartet in eine glitzernde Winterlandschaft. Auf dem Mount San Jacinto hatte es in der Silvesternacht geschneit. Frischer Schnee für einen frischen Start ins neue Jahr. Wir haben uns erst mal kräftig die Augen gerieben, als wir aus der Gondel hinein in die weiße Pracht gestolpert sind. So unwirklich war das. Schneemänner, Daunenjacken, Schlitten fahrende Kinder, Langlaufverleih. Am Nachmittag dann wieder Szenenwechsel. Immer noch leise „Walking in a Winter Wonderland“ summend, springen wir in den Pool. War doch alles nur ein Traum … oder? 

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Countdown to Christmas …

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Seattle’s Gum Wall

Gäste, die in der Schlange auf Einlass ins „Post Alley Market Theatre“ in Seattle warteten, haben mit einigen achtlos an die Wand geklebten Kaugummis die „Gum Wall“ in den 1990er Jahren begonnen. Das daraus ein riesiges, farbenfrohes und ungewöhnliches Kunstobjekt werden würde, haben sie wohl nicht geahnt. Zum unkonventionellen Charme von Seattle passt es. Trotzdem sie ein wenig versteckt in einer Gasse hinter dem berühmten „Pike Place Market“ liegt, zieht die Gum Wall täglich viele Neugierige an. Im Laufe der Jahre hat sie sich immer weiter ausgedehnt. Klar, wir haben auf dem Weg dorthin auch erst mal Kaugummi gekauft, um unsere Spuren zu hinterlassen. Im Herbst 2015 wurde die Wand von der Marktverwaltung nach über 20 Jahren erstmalig gereinigt. Vergeblich. Einheimische und Touristen begannen gleich darauf mit einer Neukreation der Gum Wall. Manch einer findet die ausgelutschten Kaugummis sicherlich etwas unappetitlich. Wir fanden das Gesamtbild, das sich durch die vielen unterschiedlichen Farben und Formen ergibt, in seiner Schrägheit faszinierend.

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Countdown to Christmas …

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Abschlag am Pazifik
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Ich habe ja mit Golf nicht viel am Hut, aber bei „Pebble Beach“ klingelt es auch bei mir. Hier wurden bereits fünf Mal die U.S. Open ausgetragen, 2019 werden sie ein weiteres Mal dort stattfinden. Pebble Beach mit seinen drei Golfplätzen liegt am berühmten 17-Mile Drive, der sich im Norden Kaliforniens um die Monterey Halbinsel schlängelt, zwischen den Städtchen Monterey und Carmel-by-the-Sea. So exklusiv, dass man erst mal 10 Dollar bezahlen muss, um diesen fast unverbauten Küstenabschnitt mit seinen gigantischen Villen, traumhaften Aussichten und eben fantastischen Golfplätzen befahren zu dürfen. Knorrige, vom Wind geformte Zypressen säumen überall die kurvige Küstenstraße. Die Greens sind zum Teil sehr klein, die Ausblicke über den pazifischen Ozean dafür spektakulär. Mich persönlich würde das ja total ablenken … genau wie die tierischen Mitspieler, die da am Start waren.

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Countdown to Christmas …

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In der Glückskeks-Bäckerei

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„Die Welt ist voll von kleinen Freuden. Die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen.“ – Li Tai-Po

Beim Chinesen in Europa und in Amerika werden sie zum Abschluss des Essens gereicht: Fernöstliche Weisheiten auf kleinen Zetteln, eingebacken in knusprige Kekse. Dabei ist der Glückskeks gar keine chinesische Erfindung. Ein Japaner hat sie in San Francisco als Leckerei für seine Gäste im japanischen Teegarten des Golden Gate Parks kreiert. In Chinatown produziert die „Golden Gate Fortune Cookie Factory“ in einer kleinen Manufaktur seit 1962 Glückskekse, von Hand. Beim Betreten bekamen wir gleich einen frischen, noch warmen Keks gereicht. Yum – das war der beste Glückskeks, in den ich bisher gebissen habe. Die kleine Fabrik besteht nur aus einem Raum. So konnten wir sehen, wie die Kekse gebacken, gefaltet und mit Glücksbotschaften bestückt werden. Die Faltmaschine wurde auch in San Francisco entwickelt. Sehr cool: man kann in der Cookie Factory eigene Botschaften auf kleine Zettel schreiben, die dann von den fleißigen Damen in den Keks gefaltet werden. „Ein Tag ohne dich ist wie ein Glückskeks ohne Zettel“ … oder so 😉

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Countdown to Christmas …

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Schnief! Ach was herrlich … habe vor kurzem noch einmal „Sleepless in Seattle“ geschaut. Ihr wisst schon .. das Hausboot, Tom Hanks, Meg Ryan, das Empire State Building, und viel Wasser … in Form von Regen und Tränen. „It rains nine months a year in Seattle“, wird Meg Ryan alias Annie Reed in einer der vielen wunderbaren Szenen gewarnt. Aber sie ruft nur überschwänglich „I know, I know!“ und jagt weiter ihrem magischen Moment hinterher. 1993 kam die romantische Komödie in die Kinos und seitdem ist Seattle im Bundesstaat Washington in meinem Kopf und auf meiner Reiseliste. Natürlich auch weil sie uns Nirvana, Pearl Jam und Soundgarden gab. Aber vor allem wegen DER Romantik-Komödie, die mir mit Mitte 20 auch so manche Tränen im Kinosaal abgerungen hat. 25 Jahre später liegt das Hausboot immer noch am Lake Union. In diesem Sommer unter blauem Himmel. Das 200 qm große Hausboot mit vier Schlafzimmern und einem unbezahlbaren Blick auf Downtown Seattle soll 2014 für 2 Millionen US-Dollar den Besitzer gewechselt haben.

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Countdown to Christmas …

Wintery Light Box Ad

Hi there,

hier kommt der alternative Adventskalender … Worte und Bilder statt Schokolade 😉 Ich gebe zu, die Idee ist abgeschaut. Im letzten Dezember bin ich selber einem Blog-Adventskalender gefolgt und fand das sehr schön. Hinter den 24 „brittamachtblau-Türchen“ verbergen sich kleine (zu klein für große Geschichten, aber dennoch erwähnenswert, interessant, lustig oder nachdenklich genug für eine Notiz) Geschichten im Instagram-Stil – viel Bild, wenig Text. Ich freue mich, wenn Ihr Freude beim Öffnen habt … so zwischen Weihnachtsbäckerei, Bude dekorieren und Glühwein trinken.

Merry, merry!

Here we go: Törchen Nr. 1 …

Alternative Weihnachtsbäckerei aus Portland, Oregon. Diesen Sommer standen wir auch Schlange stehen für die besten Doughnuts (yes, that’s the original spelling!) der Welt. Lucky us … Voodoo Doughnut war gleich um die Ecke von unserem Hotel. Daher sah unser Frühstück am ersten Tag so aus: Voodoo Doll, Bacon Maple Bar, Portland Cream (diese drei Namen haben sich die Macher von Voodoo schützen lassen) und ein Dirty Snowball. Aber der Fan von frittierten Kohlenhydraten mit der Extraportion Zucker hat die Qual der Wahl. Mehr als 50 klebrige Köstlichkeiten gibt es. Good Things come in pink boxes … für Müsli und Avocado-Toast ist morgen ja auch noch Zeit.

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The Greatest Show on Earth

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Hi there!

„Should auld (old) acquaintance be forgot, and never brought to mind? Should auld acquaintance be forgot, and auld lang syne (and days of long ago)?“ Diese Zeilen des schottischen Volksliedes stimmten die Darsteller des Traditions-Zirkus „Ringling Brothers and Barnum & Bailey“ immer am Ende jeder Tournee an, um sich von ihrem Publikum zu verabschieden. Am letzten Sonntag sangen sie die Hymne auf längst vergangene Zeiten ein letztes Mal. In New York fiel nach 146 Jahren der Vorhang des weltberühmten Zirkus für immer. Ringmaster Johnathan Lee Iverson gab den Besuchern der letzten Show einen Rat mit auf den Weg. „Keep the circus alive inside you!“

Sinkende Zuschauerzahlen und Kritik von Tierschützern werden als Gründe für das überraschende Aus genannt. Schade, denn ich hatte gehofft, die „Greatest Show on Earth“ vielleicht noch live erleben zu können. Im April haben wir „The Ringling“ in Sarasota, Florida besucht. Der heutige Museumskomplex ist Teil des ehemaligen Winterquartiers von „Ringling Bros und Barnum & Bailey“. Er erzählt die wechselvolle Geschichte des Zirkus, die beginnt, lange bevor das Fernsehen als Unterhaltungs-Medium in die amerikanischen Haushalte einzieht. In einer Zeit, als schon die bloße Ankunft des Zirkus eine große Attraktion war. Wenn der Zirkus in die Stadt rollte, gab es schulfrei und ein jeder war auf den Beinen, um Schausteller, Artisten und Tiere jubelnd zu begrüßen. In einer Zeit, in der der Zirkus mit seinen kleinen und großen Wundern, Kinderaugen zum Glänzen brachte. Mit der Schließung des letzten großen Zirkus geht auch ein Stück amerikanische Geschichte zu Ende.

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Die Ringling Brüder, Söhne deutscher Einwanderer, gründen 1884 im Bundesstaat Wisconsin den „Ringling Brothers Circus“. 1907 erwerben sie den „Barnum & Bailey Circus“. Bis 1919 werden die beiden Unternehmen eigenständig geführt, dann werden sie zu einer Show unter „Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus“ zusammengefasst. Sein Winterquartier verlegt das Unternehmen einige Jahre später ins sonnige Sarasota. Nach dem Tod seines letzten Bruders leitet John Ringling die Geschicke des Zirkus alleine. Mit seiner Frau Mable reist er immer wieder durch Europa, auf der Suche nach Akrobaten und Inspiration. Neben neuen Zirkus-Attraktionen entdecken sie dabei ihre Liebe zu alten europäischen Meistern und zur Architektur. Die venezianischen Palazzi sind es, nach deren Vorbild sie ihr privates Winterquartier in der Bucht von Sarasota errichten lassen. John Ringling gibt dort den Auftrag für eine imposante 30-Zimmer Residenz, das „Cà d’Zan“ (Haus für John). Der Rundgang durch die fantastische Villa eröffnet dem Besucher einen Einblick in den Lebensstil der „Roaring Twenties“. In den opulent eingerichteten Räumen feiert das Ehepaar mit einer illustren Gesellschaft aus Familie, Freunden, Politikern und anderen Celebrities viele rauschende Feste. Eine große Terrasse öffnet sich zum Wasser hin. Wären da nicht die modernen Hotels und Apartmentgebäude in der Ferne auf Longboat Key zu sehen, würde man der Illusion erliegen, am Canale Grande zu stehen.

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Für ihre wachsende Kunstsammlung errichten sie auf dem parkähnlichen, wunderschön angelegten Grundstück das „John and Mable Ringling Museum of Art“, ebenfalls im venezianischen Stil. 21 Galerien zeigen europäische Kunst aus dem 16.-20. Jahrhundert, darunter eine weltbekannte Gemälde-Sammlung des Malers Peter Paul Rubens. Der Innenhof ist gefüllt mit klassischen Skulpturen. Im letzten Jahr wurde das Museum um ein „Center for Asian Art“ erweitert. 3.000 dunkelgrün glasierte Terrakotta-Fliesen machen die neue Fassade des Anbaus zu einem modernen Hingucker, ohne jedoch die klassische Architektur des ursprünglichen Gebäudes zu stören.

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Aber zurück zum Zirkus! Hereinspaziert! In eine bunte Welt, die Menschen in der Stadt und auf dem Land generationsübergreifend verzauberte. Das Zirkus-Museum dokumentiert die reiche Geschichte einer bunten und aufregenden Zirkuswelt. Der Ringling Bros. and Barnum & Bailey Zirkus operierte wie viele amerikanische Zirkusse dieser Zeit als Eisenbahn-Zirkus. Die zu überwindenden Distanzen waren groß, das Straßennetz nicht so gut ausgebaut wie heute. Mit zwei unterschiedlichen Shows zog „The Greatest Show on Earth“ so durchs Land. Jeder Zug war etwa eine Meile (1,6 km) lang und bestand aus rund 60 Wagons. Der luxuriöse Privat-Wagon von John und Mable Ringling steht heute im Museum. Er trägt den Namen „Wisconsin“, in Erinnerung an ihre Heimat im mittleren Westen. Wir treten eine Zeitreise in die faszinierende Zirkuswelt an, deren Glanz wir nur erahnen können. Aufwändig geschnitzte Tierwagen, Drehorgeln, historische Zeltstangen, alte Werbeplakate, Zeitungsausschnitte und Eintrittskarten, prachtvolle Original Kostüme von Artisten und Tieren, sowie unzählige Requisiten von berühmten Artisten helfen unsere Vorstellungskraft auf die Sprünge. Ein toller Einblick in das Leben von Akrobaten und Schaustellern jener Zeit. Auf ihrer Mission, die Zuschauer für einige Stunden in eine andere Welt zu entführen.

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So richtig fassen können wir die Dimensionen eines solchen Wanderzirkus auf Schienen aber erst, als wir das unglaubliche Modell im Maßstab 1:12 bestaunen. Auf rund 350 Quadratmetern ist hier aus 44.000 Einzelteilen das Zirkus-Modell „Howard Bros. Circus“ entstanden. Aufgrund von Namensrechten durfte Erbauer Howard Tibbals sein Modell nicht nach dem Original benennen. Das für große amerikanische Zirkusse typische 3-Managen-Konzept wird hier anschaulich. Damit die oft mehr als 10.000 Menschen unter dem „Big Top“, der gigantischen Zirkuskuppel, alle etwas zu sehen hatten, wurden immer drei Nummern gleichzeitig präsentiert. Beim Anblick der vielen liebevoll zusammen gestellten Szenen fühlt man förmlich den Glanz der Scheinwerfer, riecht das Sägemehl, sieht die Clowns stolpern, hält den Atem an ob der waghalsigen Akrobatik-Nummern. Man kann sich gut vorstellen, wie in dieser Welt Kinderträume wahr wurden, losgelöst vom oft schwierigen Alltag dieser Zeit.

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Fast vier erfolgreiche Jahrzehnte im Zirkusgeschäft, Investitionen in Immobilien, Eisenbahnlinien und Ölfelder machten John Ringling zu einem der reichsten Männer der Welt. Aber die schwere Wirtschaftskrise setzte ihm ab 1929 schwer zu. Er verlor fast sein gesamtes Vermögen, konnte so gerade sein Haus und das Kunstmuseum erhalten. Auch privat verließ ihn sein Glück, seine Frau Mable verstarb 1929, sie konnte nur drei Winter in ihrem geliebten „Cà d’Zan“ verbringen. John Ringling starb 1936 in New York, mit 311 Dollar auf seinem privaten Konto. Die Villa, das Kunst-Museum und seine gesamte Kunstsammlung vermachte er dem Staat Florida.

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Nach John Ringling’s Tod führt sein Neffe John Ringling North den Zirkus weiter. Er lässt die Show fortan nur noch in festen Spielstätten, wie dem Madison Square Garden in New York, auftreten. Der letzte Eigentümer des Zirkus ist Feld Entertainment. Nun ist mit der Abschieds-Show des letzten großen amerikanischen Zirkus eine Ära zu Ende gegangen. Zwei Weltkriege hat er überstanden. Radio, Fernsehen und Film haben ihm einen Teil seines Glanzes genommen. Viele behalten ihn als eines ihrer Kindheitswunder in Erinnerung. Vielleicht wird sich die größte Show der Welt auch neu erfinden und anders weiter machen. Es liegt ja im Naturell der Amerikaner, sich nicht unterkriegen zu lassen. Zu neuen Ufern aufzubrechen. Und vielleicht werden die Zeilen eines amerikanischen Kinderliedes dann wieder ihre magische Bedeutung zurückgewinnen:

„When the circus comes to our town,
Everybody acts like a clown!
All the world starts spinning upside down,
When the circus comes to town!“

Dear Pittsburgh, …

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… du hast mich total überrascht. Ich hätte niemals gedacht, dass du so cool bist. Du liegst mitten im Rostgürtel der USA, tiefenentspannt und quicklebendig zugleich. Dort, wo einst das Herz der amerikanischen Schwerindustrie schlug. Bis auch du ab Ende der 70er Jahre ihren Niedergang miterleben musstest. Im Osten beginnt der Rust Belt im westlichen Teil des Bundesstaates New York, zieht sich Richtung Westen durch deinen Staat Pennsylvania, West Virginia, Ohio, Indiana, Michigan, Illinois bis nach Iowa und Wisconsin. Um dich herum hat sich im letzten November quasi die US-Wahl entschieden. Im ehemaligen Manufacturing Belt hatten die Republikaner den größten Wählerzuwachs und konnten die sogenannte „blaue Wand“ der Demokraten durchbrechen. Mit einem hohen Anteil an Industriearbeitern hat der Rostgürtel, vor allem in den urbanen Zentren, traditionell demokratisch gewählt. Ob die großen Wahlkampf-Versprechungen, erkaltete Schlote wieder rauchen zu lassen und lange geschlossene Kohle-Minen wieder zu öffnen, sich erfüllen werden, bleibt abzuwarten.

Du, liebes Pittsburgh, bist jedenfalls ein hervorragender Beweis dafür, dass Veränderung und Fortschritt anders aussehen. Du hast dich nach dem Zusammenbruch der Stahlindustrie neu erfunden und in andere Richtungen entwickelt. Tech Firmen wie Google, Intel oder Uber haben in dich investiert und neue Perspektiven für deine Stadt mit ihren 300.000 Menschen eröffnet. Gleich vor unserem Hotel konnten wir jeden Morgen vom Frühstück aus ein Beispiel für deine Innovations-Freude beobachten: der Mitfahr-Dienst Uber testet seit September selbstfahrende Autos auf deinen Straßen. Die vielen Brücken, Tunnel und Steigungen machen dich zu einem idealen Testgelände. Trotz erfolgreichem Strukturwandel, der aus einer stolzen Stahl-Stadt ein lebhaftes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum gemacht hat, bist du deinen Wurzeln treu geblieben. Relikte deiner einst gefeierten Industrie und wunderschöne historische Gebäude stehen wie selbstverständlich in guter Nachbarschaft mit moderner Architektur. Zwei historische Zahnradbahnen sind Teil deines öffentlichen Nahverkehrssystems und krabbeln mit sehr viel Charme vergangener Zeiten langsam deinen Hausberg Mt. Washington hinauf. Du bist eine Fußgängerstadt. Drei Flüsse teilen dein Stadtgebiet, deine 440 Brücken (ein Großteil aus Stahl versteht sich) verbinden deine vielfältigen Stadtteile und Bewohner wieder miteinander. Wir sahen den Manager im Anzug genauso über deine Brücken eilen, wie die Mutter mit Kinderwagen.

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Möchte man sich wie wir von deiner Kunstszene beeindrucken lassen, wandert man von Downtown über die Andy Warhol Bridge (Nomen est Omen) hinüber zum North Shore. Heimat des Museums „The Warhol“. Der Popart Künstler wurde 1928 in deinem Schoß geboren. Du hast ihn aufwachsen sehen, bis er nach dem Abschluss seines Kunststudiums 1949 nach New York zog. Seine bekannten Werke werden in vielen Museen für Moderne Kunst gezeigt. Das Besondere am „The Warhol“, dem größten Museum der USA, das einem einzigen Künstler gewidmet ist, sind seine frühen Arbeiten und die vielen Fotographien und persönlichen Dokumente und Gegenstände, anhand derer sein Leben und seine künstlerische Laufbahn nachgezeichnet wird. Auf sieben Etagen sind in einem alten industriellen Lagerhaus 900 Gemälde, fast 2000 Arbeiten auf Papier, über 1000 Drucke, 4000 Fotografien sowie Film- und Videomaterial ausgestellt. Im Untergeschoss befindet sich die „Factory“, hier können Besucher eigene Siebdrucke à la Warhol anfertigen. Ein toller kreativer Abschluss einer Reise durch das Leben eines besonderen Künstlers und Sohn deiner Stadt.

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Wir sind ein paar Blöcke weiter gewandert, ins historische Viertel „Mexican War Streets“. Hier säumen teils wunderschön restaurierte, viktorianische Reihenhäuser, Gemeinschaftsgärten und Baumalleen die Straßen. Die Nachbarschaft ist ein Schmelztiegel vieler Nationalitäten. Schilder wie „Hate has no home here“, „Black lives matter“ und „One human family. We support refugees and our muslims neighbors“ weisen darauf hin, dass jeder willkommen ist. „Das hier ist eine liberale Insel“, erzählt mir einer deiner Bewohner im Neighborhood Café „Common Coffee“ und fragt mich, wo wir herkämen. „Ah, Ann Arbor, Michigan … another island“. Er erzählt mir von deinem fantastischen Programm „City of Asylum“, das verfolgten Autoren ein neues Zuhause gibt, damit sie in Frieden arbeiten können. Einen Steinwurf entfernt vom Café liegt die „Writers Lane“, dort leben einige der betroffenen Schriftsteller. Der Chinese Huang Xiang feierte seine neue Freiheit, ohne Angst vor Repressalien schreiben zu können, mit dem „House Poem“. Er schrieb Auszüge aus seinen Gedichten in Kalligraphie an die Fassade des Hauses, in dem er einige Jahre lebte.

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Dankbar für die Stärkung mit Coffein und Cookies wollen wir weiter. Dein Nachbar bedankt sich noch bei uns, dass wir den Weg in sein Viertel gefunden haben. Ich liebe solche spontanen Begegnungen mit Einheimischen, die über ein „how are you doing“ hinaus gehen. Nächster Stop ist ein Museum, das alles andere als ein typisches Museum ist. Die „Mattress Factory“ (genau, im Hauptgebäude wurden einst Matratzen produziert) ist ein Experimentierfeld, das ungewöhnliche Installationen zeigt, die Künstler aus aller Welt vor Ort für die vorhandenen Räume des aus mehreren Häusern bestehenden Museums geschaffen haben.

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Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama hat zwei fantastische Räume für die Mattress Factory geschaffen, u.a. „Repetitive Vision“. 

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Teil von Rita Duffy’s „Souvenir Shop“

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„Palestinian“ von Mohammed Musallam

Auf dem Weg zurück in dein Downtown kommen wir noch an „Randyland“ vorbei. Der lokale Künstler Randy Gilson hat ein abbruchreifes Haus in eine bunte Outdoor-Galerie transformiert. Der Innenhof von „Randyland“ ist vollgestopft mit Spiegeln, angemalten Puppenköpfen, tibetanischen Gebetsfahnen, Plastikflamingos, Vogelkäfigen, bunte Papageien, Schildern und Stühlen und unzähligen Pflanzen, alles liebevoll arrangiert. Randy nennt es sein „house of junk und joy“. Auch er heißt jeden willkommen. Seine Mission: Glück, Freude und positive Energie verbreiten. „It’s all about what’s in your heart“ sein Credo. Typ wie du.

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Nein, liebes Pittsburgh, wir haben noch nicht genug von der Kunst. Auf deinem Market Square werden wir zufällig selbst Teil einer Kunstaktion. „Write a postcard to the President“, so der Titel der „Mitmach-Aktion“ der Künstlerin Sheryl Oring. Bitte zum Diktat. Hier sitzen Frauen im Look einer 60er Jahre Sekretärin vor altmodischen Schreibmaschinen. Symbolik für die rückwärts gewandten Aktivitäten der aktuellen Regierung. Die von den freundlichen Damen getippten Postkarten werden mit der Adresse „Weißes Haus, Washington D.C.“ versehen und abgeschickt. Du gibst Raum für politischen Dialog als Kunstform. Das gilt auch für die „Conflict Kitchen“, ein Restaurant, das ausschließlich Gerichte aus Nationen serviert, mit denen sich dein Land im Konflikt befindet. Seit Beginn des Projektes wurden hier schon Köstlichkeiten aus Nordkorea, Kuba, Venezuela, dem Iran, Afghanistan und zur Zeit aus Palästina serviert. Die Idee der Macher dahinter: Menschen aus verschiedenen Kulturen und Lebensumständen über das Essen zu einem Dialog zusammen zu bringen. Standort der Conflict Kitchen ist dein Universitätsviertel Oakland, Sitz der University of Pittsburgh. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf das massive Hauptgebäude der Uni, die  „Cathedral of Learning“. Auch hier geben Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt den Ton an. Die über deine Stadtgrenzen hinaus bekannten „Nationality Classrooms“ wurden länderspezifisch sorgfältig gestaltet und eingerichtet. Eine schöne Idee, die unterschiedlichen ethnischen Gruppen, die zu deiner Entwicklung beigetragen haben, zu würdigen.

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Am letzten Tag möchte ich aber doch noch wissen, wo deine alten Zechen und Kokereien geblieben sind. Die Suche nach Relikten aus einer anderen Zeit führt uns ein wenig außerhalb, in deinen Osten. Hier erhebt sich oberhalb des Monongahela River der „Carrie Furnace“, genauer Hochofen 6 und 7, als Überrest der „Homestead Steel Works“, dem einstigen Flaggschiff der amerikanischen Stahlindustrie. Diese Hochofen-Anlage zählt zu den wenigen Überresten der stahlproduzierenden Industrie Amerikas. Es ist sogar die einzige stillgelegte Hochofen-Anlage, die dir geblieben ist. 1907 gebaut, produzierte sie bis 1978 Stahl.

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Ja, ich weiß. Du bist auch eine große Sport-Stadt. Aber ich muss ja irgendwann mal einen Punkt machen. Ich komme bestimmt mal wieder. Jetzt verabschiede ich mich von dir und deinem coolen Charme, dem ich schnell erlegen war. (Liebes Detroit, bitte sei jetzt nicht eifersüchtig ;-))
Der ehemalige Coach deiner Eishockey-Mannschaft „Pittsburgh Penguins“, Bob Johnson, hat den Slogan „It’s a great day for hockey“ geprägt. Every day is a great day in the Burgh! In diesem Sinne: See you, liebes Pittsburgh!

Free to land

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Hi there,

„Remember, remember always, that all of us, and you and me especially, are descended from immigrants and revolutionists“. Theodore Roosevelt

Was ist Ihr Beruf? Können Sie lesen und schreiben? Aus welche Land kommen Sie? Wer hat für Ihre Überfahrt bezahlt? Wieviel Geld haben Sie dabei? Möchten Sie in Amerika arbeiten? Waren Sie in eine Gefängnis, Armenhaus oder einem Irrenhaus? Wohin in den USA wollen Sie?

Bis es „free to land“ für Einwanderer auf Ellis Island hieß, mussten viele Fragen beantwortet und ein langer Immigrations-Prozess durchlaufen werden. Ellis Island erzählt die Geschichten von zwölf Millionen Männern, Frauen und Kindern, die hauptsächlich zwischen 1892 und 1924 auf der im Hafengebiet New Yorks gelegenen Insel eintrafen, und auf eine Zukunft in Amerika hofften. Ganz oben auf meiner persönlichen „bucket list“ steht seit vielen Jahren die Schiffspassage von Europa nach New York. Einmal im Leben den Atlantik per Schiff überqueren. Sich New York langsam vom Wasser aus nähern. Einmal wie ein Einwanderer aus vergangenen Zeiten in der neuen Welt ankommen. Sechs Tage ohne Horizont für den einen erhebenden Augenblick. So jedenfalls stelle ich mir das vor.

Letzte Woche hatte ich Gelegenheit, den bekanntesten aller „Entry Points“ – Ellis Island – zu besuchen. Isle of hope, isle of tears (Insel der Hoffnung, Insel der Tränen), wie die Einwanderer-Insel auch genannt wurde. Und man kann noch heute sehr gut nachspüren, wie es gewesen sein muss, hier voller Hoffnung auf ein besseres Leben anzukommen. Aber auch voller Angst, abgewiesen zu werden.

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Die erste Fähre bringt meine Schwester und mich an einem trüben Sonntag im Februar von der Südspitze Manhattans hinüber. Erster Stopp: die Freiheitsstatue. Hier steigen die meisten Besucher erst mal aus. Wir fahren weiter nach Ellis Island mit einem Ticket für die „Hard Hat Tour“. Bevor wir uns die schicken Baustellenhelme auf den Kopf setzen müssen, um den unrenovierten, über 60 Jahre lang geschlossene Krankenhaus-Komplex zu besichtigen, können wir einen schnellen Blick in die noch menschenleere Registrierungshalle im ersten Stock des Hauptgebäude des heutigen Museums werfen. An diesem Morgen ruhig und menschenleer, während der Immigrationsjahre auf Ellis Island täglich proppenvoll und laut. Hier mussten die Neuankömmlingen warten, bis sie von einem Beamten zur Befragung aufgerufen wurden. Die Hauptfunktion von Ellis Island war es, unerwünschte Einwanderer heraus zu filtern. Solche, die nicht arbeitsfähig waren, unheilbare Krankheiten hatten oder als kriminell eingestuft wurden. Nach der ersten Befragung ging es weiter durch „America’s Gate“ zur ärztlichen Untersuchung, in manchen Fällen intensiveren juristischen Befragungen oder Überprüfung der mentalen Gesundheit. Diesen schrittweisen Prozess kann man als Besucher auch durchlaufen und landet schließlich an den „Stairs of Separation“. Drei Treppenabgänge führen nach unten. Rechts: Bahntickets. Links: Fährtickets. Mitte: Arrest für weitere Befragungen oder Untersuchungen. In diesen Treppenstufen kam es zu Trennungen von Familien und Freunden, hier mussten in wenigen Minuten Entscheidungen getroffen werden. Einmal festgehalten, konnte es Tage, Wochen oder auch Monate dauern, bis man Ellis Island verlassen konnte.

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2% der 12.000.000, die über Ellis in die USA gelangen wollten, wurden in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Für die Vorfahren jedes dritten Amerikaners begann die Einwanderungsgeschichte auf Ellis Island. Wenn es nach allen Strapazen „Free to land“ hieß, wandelten sich Angst und Verzweiflung in Freude und Erleichterung. Am „Kissing Post“ warteten oft schon Verwandte oder Freunde, von denen man jahrelang getrennt war. Großes Glück und großes Leid nah beieinander.

Eine ansteckende Krankheit bedeutete nicht automatisch das Aus für die Einreise. Ellis Island unterhielt einen riesigen, für damalige Verhältnisse super modernen Krankenhaus-Komplex. Seit einiger Zeit bietet der „National Park Service“ Führungen durch Teile der verlassenen Gebäude an. „Ruinen-erprobt und -begeistert“ von Detroit war ja klar, dass ich die buchen musste. Der Krankenhaus-Komplex verfügte über 725 Betten, Laborräume, Operationssäle, Küchen, Waschhäuser, Leichenhalle und Wohnungen für Ärzte und Schwestern. Während der Immigrationsjahre starben hier 3.500 Menschen, darunter 1.400 Kinder. Aber es wurden auch 355 Babies geboren. Wie immer bin ich fasziniert von endlosen Gängen, maroden Treppenhäusern und modrigen Räumen, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Der französische Künstler JR hat an einigen Wänden und Fenstern lebensgroße historische Fotografien von Einwanderern angebracht. „Unframed Ellis Island“ ist eine Hommage an diesen Ort und an die Menschen, für die er eine besondere Bedeutung hatte. „When I am here, I feel the tears got stuck in-between the walls“, sagt er in einem Interview über das Projekt. Die Bilder wirken beinahe so, als würden sie hierher gehören, wären schon immer da gewesen. Aber dem Betrachter ist auch klar, dass sie vergänglich sind. Moments in time. Denn die Zukunft der Gebäude ist ungewiss.

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Unser Tour Guide hat eine starke Bindung zu Ellis Island, auch ihre Familiengeschichte begann hier. Aber auch als bloßer Besucher spürt man an diesem Ort Amerika’s besondere Geschichte als Einwanderungsland. Die Menschen, die hier ankamen, haben das Land mit ihren Persönlichkeiten, Talenten und Fähigkeiten geprägt und geformt. Ellis Island ist nicht nur ein physischer, sondern auch ein sehr emotionaler Ort. Und er scheint zeitlos. Gerade im aktuellen politischen Klima Amerikas und der Welt. Heute, wo wieder so unfaßbar viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Unterdrückung und Armut sind. Eines ist auch geblieben: die Angst derjenigen, die schon im Land sind, vor denjenigen die noch kommen möchten.

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Wie krieg‘ ich jetzt die Kurve zum Karneval, der gerade in meiner Heimatstadt gefeiert wird? Ganz einfach. Mit ein paar Zeilen aus dem „Stammbaum“ von den Bläck Fööss, eines meiner kölschen Lieblingslieder. 

„Su simmer all he hinjekumme,
mir sprechen hück all dieselve Sproch.
Mir han dodurch su vill jewonne.
Mir sin wie mer sin, mir Jecke am Rhing.
Dat es jet, wo mer stolz drop sin.“