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Cracking Art

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Riesige pinke Schnecken, die den Betrachter mit ihren großen Antennen einladen, sich mit Geist der Stadt zu verbinden. Orangene Wölfe, die über Kultur und Geschichte wachen. Eine Reihe bunter Pinguine, die jede Veränderung im Blick haben. Ein knallrotes Krokodil, das warnend am Ufer liegt. Frösche als Symbole für Metamorphose und die Verbindung von Wasser und Erde. Grell gelbe Erdmännchen als soziale kommunikative Wesen.

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Die Künstlergruppe „Cracking Art“ installiert seit 1993 abstrakte, extrem bunte Tiere in verschiedenen Größen in urbanen Räumen. Cracking bedeutet in die Brüche gehen und meint den Moment, in dem das Natürliche zum Künstlichen wird. Ziel der Künstler ist es, vor einer zunehmend künstlichen und anonymen Massenkultur, die den Kontakt zur Natur verliert, zu warnen. Die Tiere, die unerwartet im Stadtbild auftauchen, laden die vorbeigehenden Menschen ein, ihre Rolle innerhalb des urbanen Lebens zu überdenken.

Alle Objekte sind aus recyceltem Plastik. Durch den Recycling Prozess soll  dem Material seine schädliche Rolle für die Natur genommen und auf die Schutzwürdigkeit unserer Planeten hingewiesen werden.

Cracking Art hat weltweit Installationen realisiert. Mich haben die großen bunten Wesen in Ascona (Tessin) begeistert und zum Nachdenken angeregt.

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xmas countdown

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Wer A sagt, muss auch B sagen

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Hi there!

In Berlin gibt es Buchstaben-Retter. Seit 2005 hat es sich der Verein „Buchstabenmuseum e.V.“ zur Aufgabe gemacht, Buchstaben und Schriftzüge vor der Verschrottung oder Verwitterung zu retten. Seit 2016 haben die bunten Buchstaben ein festes Zuhause im Berliner Hansaviertel. In Stadtbahnbögen am Rande des Tierparks finden ‚Letter Lover‘ wie ich ein kleines Typografie Paradies.

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Das Buchstabenmuseum ist das erste seiner Art weltweit. Hier wird aufbewahrt, dokumentiert, restauriert und ausgestellt. Das Museum ist noch im Aufbau. Eine permanente Ausstellung zur Geschichte und Entstehung von Buchstaben in Planung.

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Die meisten Fundstücke stammen bisher aus Berlin und dem Berliner Umland. Immer mehr kleine Geschäfte oder Institutionen mit originellen Schriftzügen verschwinden aus dem öffentlichen Raum. Das Museum sammelt diese Typografien und präsentiert sie als Teil der Stadtgeschichte.

Die Sammlung ist keine Hochglanz-Ausstellung. Es wirkt ein wenig wie ein Lager. Aber gerade das Unfertige macht den Charme dieses Ortes aus. Hier kann man sich wunderbar inspirieren lassen. Und sich vorstellen, welche Geschichten sich mit den Buchstaben und Schriftzügen, die teilweise farblich sortiert angeordnet sind, verbinden. Welche Schuhe wurden wohl von welchen Menschen in dem Laden mit dem geschwungenen Schriftzug gekauft?

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Historische Buchstaben wie das „H“ des ehemaligen Berliner Hauptbahnhofes (heute Ostbahnhof) oder der gesamte Schriftzug der Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ gehören, neben unzähligen alten Leuchtreklamen, zur Sammlung. Stumme Zeitzeugen, die hier konserviert werden.

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Man kann übrigens auch Buchstaben oder ganze Schriftzüge mieten. Ich würde ein leuchtendes B nehmen …

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Home is where the dom is

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Hi there,

die 533 Treppenstufen hinauf auf den Südturm kann man jederzeit nehmen. Um mit dem Außenaufzug am Nordturm über und unter die Dächer des Kölner Doms zu gelangen, muss man eine spezielle Tour buchen. Die eröffnet faszinierende Einblicke in den Innenraum der gewaltigen Kathedrale, auf die Dachkonstruktion, das bleigedeckte Dach und in die Werkstätten der Dombauhütte.

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Auf dem Weg dorthin geht man unter anderem hinter dem berühmten Richter-Fenster entlang. Großartig! Das von Gerhard Richter entworfene Fassadenfenster ist eines meiner persönlichen Highlights der Tour. Ich war gar nicht drauf gefasst, plötzlich hinter dem bunten Glas zu stehen. Umso stärker der Wow-Effekt. Der Kölner Künstler ließ über 11.000 farbige Glaskacheln per Zufallsgenerator auf der 106 Quadratmeter großen Fläche anordnen. Je nach Einfall der Sonnenstrahlen sorgen 72 verschiedene Farben seit 2007 für einen fast mystischen, farbenprächtigen Lichtzauber im Dom.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist DSC_0072-8-683x1024.jpgDieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist DSC_0067-8-683x1024.jpg

Zum sensationellen Abschluss der Tour ging es über eine schmale Wendeltreppe hinauf auf den Vierungsturm. Als dann noch zwischen den beiden Domtürmen die Sonne über der Stadt versank, war der Gänsehaut-Moment perfekt. Halt „Home is where the dom is“.

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Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist IMG_5432-1024x1024.jpg„It’s beginning to look a lot like Christmas, everywhere you go …“.

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Hi there!

Die Amerikaner lieben Weihnachten. Sobald der Thanksgiving Tisch abgeräumt ist, geht es nahtlos in die Weihnachtssaison über. Oh pardon, politisch korrekt ist „Christmas“ nämlich nicht. Es werden auch keine Weihnachtsbäume, sondern „holiday trees“ angeboten, die Weihnachtsferien heißen „winter break“ und ist man zu einer Weihnachtsparty geladen, steht „holiday party“ auf der Einladung. Um den vielen in Amerika lebenden Menschen mit ihren unterschiedlichen Religionen gerecht zu werden. Nicht alle feiern Weihnachten.

Bei der „holiday decoration“ gilt: je bunter, schriller, kitschiger, blinkender – desto besser. Bunte Lichterketten, blinkende Rentiere, aufblasbare beleuchtete Weihnachts- oder Schneemänner, noch mehr Lichterketten. Heiliger Bim-Bam. Soviel Glanz und Gloria ist für unseren Geschmack oft too much.

Und wer ist Schuld? Der gute Thomas Edison. Er stellte 1879 vor seinem Labor in Menlo Park, New Jersey, die erste elektrische Weihnachtsbeleuchtung auf. Einer seiner Mitarbeiter entwickelte einige Jahre später dann die erste Lichterkette, die ab 1890 kommerziell produziert und zunächst von großen Kaufhäusern als Schaufensterdekoration genutzt wurde. Es sollte noch einige Jahre dauern, bis die Lichter auch für den privaten Haushalt erschwinglich waren.

Landauf, landab findet heute in jedem Dorf Ende November eine „Tree Lightning“-Zeremonie statt. Der wohl berühmteste Baum steht am Rockefeller Center in New York. An ihm blinken 45.000 LED Birnen.

Fährt man in der Saison durch die Straßen, findet man aller Orten spektakulär geschmückte Vorgärten. Ein Deko-Knaller entstand alljährlich  keine 5 Meilen von uns entfernt an einem Privathaus.

It’s beginning to look a lot like Christmas … lasst euch einstimmen. Beliebt ist übrigens auch Kunstschnee. Aber das ist in Michigan ja nicht notwendig.

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Hardcore Pawn – Das härteste Pfandhaus Detroits 

Hi there!

„Where Detroit cashes in“, so wirbt „American Jewelry and Loan“ auf seiner Internetseite. Das Pfandhaus in Detroit und sein charismatischer Inhaber Les (Lesley Gold) mit Sohn Seth und Tochter Ashley wurden weltweit bekannt über die Reality Show „Hardcore Pawn“. In Deutschland läuft der Quotenhit unter dem Titel „Das härteste Pfandhaus der Welt“ beim Sender DMAX.

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Lange hatte ich mich gewehrt, dort vorbei zu fahren. Denn immer wenn ich einen kurzen Blick in die Sendung warf, die mein Sohn begeistert schaute, hatte ich den Eindruck, dass in dem Laden nur Schwerverbrecher und Wahnsinnige verkehren. Ich meine, wer verlangt mit irrem Gesichtsausdruck nach Kettensägen, Nagelpistolen und Golfschlägern zur Selbstverteidigung weil die Zombie Apokalypse bevorsteht? Und dann der Chef mit seinen dicken Goldketten, der irgendwas zwischen Zuhälter und Koksverkäufer aussieht.

Schließlich haben wir uns doch getraut. Und siehe da, Inhaber Les Gold war persönlich dort, super nett (die bösen Vorurteile wurden wie fast immer nicht bestätigt) und für ein Foto zu haben. Da war jemand stolz.

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Schon sein Großvater betrieb ein Pfandleihhaus in Detroit. Dort machte er seine ersten Verkäufe. American Jewelry and Loan eröffnete er dann 1978 in einem kleinen Laden in einer Einkaufspassage. Heute betreibt er drei Läden. Das Haupthaus befindet sich in einer riesigen ehemaligen Bowling-Halle. Hier werden durchschnittlich 1000 Leihgeschäften pro Tag abgewickelt. Trotz des großen Erfolgs der Serie ist American Jewelry and Loan ein ganz normales, wenn auch riesiges Pfandhaus für den Großraum Detroit.

Hierher kommen leider auch viele Menschen, die ihre Sachen gegen Cash für das Notwendigste eintauschen. Traurigerweise haben wir am Annahmeschalter fast ausschließlich Schwarze gesehen, während Weiße die Auslagen mit der unglaublichen Auswahl an Schmuck scannten. In dem gigantischen Verkaufsraum findet man, streng bewacht von zahlreichen Sicherheitsleuten, fast alles. Von Sport Memorabilia über Gartengeräte, Werkzeuge, Möbelstücke, Musikinstrumente, Pelzmäntel, Handtaschen … you name it.

Les Gold hat ein Buch über 55 Jahre Erfahrung als Pfandleiher geschrieben. „For what it’s worth. Business wisdom from a pawnbroker“. Seine Botschaft: „Der Kunde weiß nicht, was er möchte. Ein Verkäufer muss ihn davon überzeugen, dass er genau das möchte, was zum Verkauf steht.“ Kein Ort dieser Welt wäre besser geeignet, einen auf die Arbeitswelt vorzubereiten als ein Pawnshop.

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xmas countdown …

Hi there!

Hoppla. Erster Dezember. Erster Advent! Erstes Törchen im brittamachtblau Adventskalender. Ich werde euch das Warten auf’s Christkind versüßen. Als Wiedergutmachung für die zurückliegenden beitragsfreien Monate. Keine Ausreden, ich mache mich lieber froh und munter ans vorweihnachtliche Werk.

Los geht es mit einer noch frischen Erinnerung – mein Berlin Besuch rund um das 30 Jahre Mauerfall Jubiläum. Kurz ausgeholt: Berlin begleitet mich seit meiner Kindheit. Viele Fahrten mit meinem Schwimmverein führten uns zu einem befreundeten Verein in West-Berlin. Wir vom Dorf in die große Stadt und umgekehrt. Mit dem Reisebus über die Transitstrecke. Herzklopfen am Grenzübergang Helmstedt/Marienborn, wenn der DDR-Grenzbeamte mit erster Miene und Kalaschnikow im Anschlag durch den Bus schritt und unsere Pässe kontrollierte.

In Berlin wohnten wir meist im Olympiastadion, in dessen Räumlichkeiten im Innen- und Außenring damals eine Art Jugendherberge untergebracht war. Abends streunten wir durch das riesige Stadion, saßen auf den Tribünenplätzen, die Älteren feierten unbemerkt vom Trainerteam hinter der großen Anzeigetafel. Heute undenkbar. Wir trainierten im ehemaligen Olympiabecken, die olympischen Ringe beim Rückenschwimmen fest im Blick. Das fühlte sich groß an, fast so als würden wir bei Olympia selber mit schwimmen. Klein fühlten wir uns an der großen Mauer, die die Stadt durchschnitt. Als etwas Unbegreifliches hat sich bei mir der Blick von der Aussichtsplatform am Brandenburger Tor auf den Todesstreifen mit seinen patrouillierenden Grenzbeamten, dem Stacheldraht und den scharfen Hunden eingeprägt. Ein wiederkehrendes Erlebnis auf jeder Schwimmerfahrt.

Als die Mauer am 9. November 1989 überraschend fiel, war ich 22 und habe vor dem Fernseher geweint. Das ging sicher vielen so. Da hat man eine leise Ahnung davon bekommen, wie viel bewegender diese Nacht für die Menschen in der DDR gewesen sein muss. Im Herbst 1990 war ich dann zum ersten Mal wieder in Berlin. Der Potsdamer Platz – eine riesige Brache. Ehemaliges Niemandsland, über das man nun einfach spazieren konnte. Der Gang durch das Brandenburger Tor, ein unbeschreibliches Gefühl. An der Stelle, wo ich als Kind und Jugendliche so oft auf diese grausame, unüberwindbare Grenze geschaut hatten, war nun ein Hin- und Her zwischen den Säulen und zwischen West und Ost möglich.

In den Folgejahren habe ich miterlebt, wie der Potsdamer Platz bebaut wurde, wie die neue Mitte Berlin entstand. Ich habe in der Oranienburger Straße noch im kultigen Kneipencafe „Obst & Gemüse“ (einem ehemaligen Obst & Gemüse Konsum) gesessen, als die Zeile gegenüber dem alternativen Kunst- und Kulturhaus Tacheles noch nicht aufpoliert war und ihren speziellen Subkultur Charme verloren hatte. Die originellen Läden aus der Zeit zwischen Wende und Nullerjahren sind alle verschwunden. Schicke Bars, austauschbare mexikanische oder indische Kettenrestaurants und andere Trendläden sind eingezogen. Das ist kein Einzelschicksal, auch andere Stellen in der Stadt haben Stück für Stück ihren unfertigen Charme und ihre freien Flächen verloren. Sind aufgemotzter, aber auch langweiliger geworden. Eine gesunde Subkultur in einer wachsenden Stadt zu erhalten ist nicht einfach. Noch gibt es sie zum Glück – diese rauen, nicht Hochglanz renovierten, besonderen Orte. Berlin muss aufpassen, dass sie nicht zu selten werden.

Schwenk zurück zu meiner persönlichen Geschichte mit Berlin. Vier Jahre lang, von 2007 bis 2011, haben wir als Familie jobbedingt viel Zeit in Berlin verbracht. Da wurde das Bund für’s Leben mit dieser großartigen Stadt endgültig besiegelt. Unser Sohn wuchs mit Berlin auf. Wenn wir heute an den Spielplätzen in „unserem“ Kiez vorbeikommen, hört man ihn „weißt du noch …“ sagen. Wir haben irre viel gesehen und erlebt in diesen vier Jahren. Nicht nur in Berlin, auch im bislang fast unbekannten Ostdeutschland. Die vielen Erinnerungen haben uns mit der Stadt zusammengeschweißt.

Als sich der Mauerfall zum 25. Mal jährte, konnten wir die bewegende Berichterstattung nur über den Bildschirm in den USA verfolgen. Schon damals nahm ich mir vor, zum 30jährigen live dabei zu sein. Vor Ort spüren, welche unglaublich große Bedeutung diese friedliche Revolution für Deutschland, für Europa hatte. Wie wichtig es ist, immer wieder daran zu erinnern, mit welcher Kraft und Entschlossenheit die Menschen für ihre Freiheit eingetreten sind. Aber auch mit welchen unvorstellbar grausamem Methoden der sozialistische Staat der DDR gearbeitet hat.

Die Geschichten der 28jährigen Teilung Deutschlands und die Ereignisse rund um die Öffnung der Mauer wurden eine Woche lang mit Outdoor-Ausstellungen und Veranstaltungen an Original-Schauplätzen erzählt. Besonders beeindruckend waren die 3D Videoinstallationen, die nach Einbruch der Dunkelheit auf verschiedene historische Fassaden projiziert wurden. „Geschichte wird gemacht, an alltäglichen Orten von ganz unterschiedlichen Menschen“ , so beschrieb es das Programm zur Mauerfall-Festivalwoche „7 Tage – 7 Orte“ sehr treffend.

Ich habe alle 7 Orte besucht, teilweise mehrfach. Als am ersten Abend die Bilder am Alexanderplatz, projiziert auf zwei riesige Fassaden und mit bewegender Musik untermalt, vor meinen Augen lang flimmerten, war ich sehr berührt. Und dankbar, an diesen besonderen Tagen in Berlin sein zu können.

Alexanderplatz und Schlossplatz (wo einst der Palast der Republik stand) waren am 4.11.1989 Schauplätze der größten Protestaktion der DDR-Geschichte für Reisefreiheit, freie Wahlen, Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Zulassung neuer Parteien.

East Side Gallery: hier entstand die größte Outdoor Galerie der Welt. 118 Künstler/innen aus 21 Ländern bemalten das 1,3 km lange Mauerstück an der Spree: ein Symbol internationaler Verständigung.

Brandenburger Tor. Hier gab es zwar keinen offiziellen Grenzübergang, aber vor allem West-Berliner/innen zog es zu den wohl symbolträchtigsten Ort der Teilung Deutschlands. Hier wurde mit Hammer und Meißel mit dem Abbau der Mauer begonnen. Für die Installation „Visions in Motion“ hatte der amerikanische Künstler Patrick Shearn 30.000 Fähnchen mit Wünschen, Hoffnungen und Visionen beschreiben lassen.

Ehemalige Stasi-Zentrale. Im Januar 1990 wurde das Ministerium für Staatssicherheit von Demonstranten besetzt. Das Ende des Ministeriums, der Beginn der Diskussion über den Umgang mit den Stasi-Akten. Heute befindet sich hier neben dem Aktenarchiv der Campus für Demokratie und das Stasi-Museum.

Gethsemanekirche am Prenzlauer Berg. Als es anläßlich der offiziellen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 zu friedlichen Protestaktionen vor dem Palast der Republik kam, wurden die Demonstranten brutal abgedrängt und zogen zur Gethsemanekirche. Bilder, die sich weltweit verbreiteten.

Kurfürstendamm. Der berühmte Boulevard mit der westlichen Warenwelt lockte viele DDR-Bürger/innen in den ersten Tagen nach dem Mauerfall. Bei der Begegnung der Menschen aus Ost und West herrschte in den Anfangstagen Volksfeststimmung.

Den Veranstaltern ist es mit diesem Konzept fantastisch gelungen, alle Puzzle-Stücke noch einmal in einen Zusammenhang zu bringen. Mir ist es nicht gelungen, mich kurz zu fassen an diesem 1. Dezember. Aber mein Herz ist immer noch voll ob der Eindrücke dieser Tage. Zumal ich das alles mit einer lieben Freundin und ehemaligen Mit-Schwimmerin teilen konnte.

Ab morgen gibt es weniger Text. Und die Elfe ist auch wieder am Start. Versprochen!

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Blau machen für mehr Grün

Hi there,

die ersten Kölner Balkon-Gurken sind geerntet. Vom Samenkorn zum fertigen eßbaren Produkt. Selbst auf engstem Raum. Das finde ich immer wieder faszinierend. Mutter Natur, du Gute! Mein Leben ist derzeit gärtnergrün. Balkonien grünt und blüht. Vor unserem Haus habe ich eine Baumbeet Patenschaft übernommen und gärtnere dort mit zwei Nachbarinnen fleißig herum. Hätte nie gedacht, dass ich das mal machen würde, fand ich doch eigentlich immer einen Hauch spießig. Aber jetzt finde ich es großartig, meine direkte Umgebung ein wenig schöner und den Bienchen und Schmetterlingen einen klitzekleinen zusätzlichen Ort zu schaffen. „Urban Gardening“ gehört ja schließlich nicht erst seit gestern zum guten Ton. Wie, du hast Geranien auf dem Balkon? Die sind doch überhaupt nicht insektenfreundlich. Hopp, hopp zum Markt, Lavendel kaufen!

Meine Gärtner-Begeisterung geht gar so weit, dass ich kürzlich eine Lesung zum Thema besuchte. „Bin im Garten“ heißt das neue Buch von Meike Winnemuth. Genau. Die, die bei Günter Jauch 2011 eine halbe Million Euro abräumte, anschließend eine 12-monatige Weltreise unternahm und darüber ein Buch geschrieben hat. In „Das große Los“ erzählt sie über ihr Reisejahr. Das Buch bekam ich 2013 zum Abschied geschenkt und es verschwand als allerletztes Teil in unserem Überseecontainer. Eher skeptisch nahm ich, die „Roman-Leserin“, es irgendwann zur Hand. Es wurde zu einem meiner persönlichen Pageturner. Und das liegt nicht nur daran, dass Frau Winnemuth seit ihrer Weltreise ausschließlich blaue Klamotten trägt. Vielmehr schreibt sie mir so oft aus der Seele. Was aufbrechen, reisen und entdecken, ankommen und wieder weggehen, neugierig sein, sich auf Land und Leute einlassen und die Liebe zum Meer angeht. Dass sie einen Reise-Monat auf Hawaii verbracht und sich dort auf Spurensuche nach einem meiner Serienhelden der 80er Jahre, Privatdetektiv Magnum, begeben hat, war da nur noch das Sahnehäubchen obendrauf.

Und nun ein neues Projekt und ein neues Buch: „Bin im Garten –  Ein Jahr wachsen und wachsen lassen“. Nach der Weltreise suchte sie einen Ort zum Bleiben, steht im Klappentext. Der Moment, an dem sie die vage Idee von einer Heimat-Scholle bekam, ereignete sich fast 12.000 km entfernt vom heutigen Garten, auch auf Hawaii. Bei einem Morgenspaziergang am Strand sah sie einen Mann mit Hund, der still aufs Meer hinaus schaute. „Der geht hier jeden Tag her und anschließend frühstückt er. Der hat ein Leben und ich nicht“, dachte sie, die wie eine Nomadin durch die Welt reiste. „Ich will denselben Baum im Frühling, im Sommer, im Herbst und meinetwegen sogar im Winter sehen, dachte ich plötzlich, ich will den Wandel, aber am selben Ort, denn nur dort erlebt man ihn wirklich. Ich will irgendwo hingehören. Ich will endlich wieder ein Zuhause. Eine Heimat.“ Als sie diese Passage auf der Lesung vorlas, musste ich arg schlucken. Da war es wieder. Mit aller Wucht. Das Heimat-Thema. Das mich seit unserem Weggang in die USA und unserer Wiederkehr nach Deutschland so sehr beschäftigt.

Das Buch ist wie ein Tagebuch geschrieben und bei vielen Einträgen denke ich: ja ganz genau! Zum Beispiel, wenn Meike Winnemuth Sätze wie diesen schreibt: „Es geht darum herauszufinden, was einem persönlich wirklich wichtig und unverzichtbar ist. Der Rest kann weg.“ Einfache Weisheit? Von wegen. Wir sind nun fast ein Jahr wieder hier und der Prozess, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, hält an. Materiell, aber auch, und vor allem, immateriell. Wie sieht die große Aufgabe der Zukunft aus? Oder sind es viele kleine? Was verankert mich wieder fest im Kölner Boden? Wofür schlägt mein Herz am meisten? Worauf möchte ich mich fokussieren? Brauche ich jetzt etwa einen Garten? Eine Parzelle beim Kleingärtnerverein? Gar ein Häuschen auf dem Land? Hilfe, ich bin doch ein Stadtmädchen. Nicht so einfach, wieder Wurzeln zu schlagen, wenn man einmal entwurzelt war. Es wieder wachsen zu lassen, zu ernten. Vielleicht wühle ich deshalb gerade so gerne in der Erde. Auf unseren Balkonen und im Baumbeet vor der Tür.

Ein leichter Gartenvirus hatte mich schon in Michigan erfasst. Da habe ich vier Sommer lang Tomaten, Gurken, Salat, Kohlrabi, Zucchini und noch mehr Tomaten (mit so lustigen Namen wie Moonglow, Tommy Toe, German Lunchbox, Ukrainian Purple, Velvet Red oder Wisconsin Chief) angepflanzt. Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, wenn man mit ein wenig Pflege, Wasser und gutem Zureden den kleinen Plätzchen zu großem Wachstum verhelfen kann und dann noch mit der leckeren Ernte für’s Abendbrot belohnt wird.

Detroit ist so etwas wie die Wiege des Urban Gardening. Und so wundert es sicherlich niemanden (#ilovedetroit), dass der Besuch einer urbanen Farm schon länger auf meiner „Bucket List“ stand. Im letzten Frühsommer habe ich mich dann endlich mit einer guten Freundin frühmorgens auf den Weg gemacht, um auf der „Earthworks Urban Farm“ zu helfen. Mit anderen Freiwilligen jäteten wir Unkraut zwischen den Kartoffelpflanzen und bekamen einen Einblick in die täglichen Abläufe eines landwirtschaftlichen Betriebes mitten in der Stadt.

In Detroit’s weitläufigem Stadtgebiet gibt es heute rund 1.600 Nutzgärten und Farmen, die Obst und Gemüse anbauen. Die Stadt verfügt über jede Menge freier Flächen. Seit den 90er Jahren werden auf diesen Brachen Nutzgärten angelegt, um die Versorgung der Stadt mit landwirtschaftlichen Produkten zu sichern. Mit dem massenhaften Wegzug der Menschen verließen auch die Supermärkte die Stadt. Was blieb, waren Tankstellen mit ihren angeschlossenen Convenience Läden, die aber kaum frisches Obst und Gemüse anbieten. Viele Farmen und Kooperativen verkaufen ihre Produkte mittlerweile auch auf den Wochenmärkten. Die non-profit Organisation „Keep Growing Detroit“ unterstützt die Farmen mit dem Ziel, den größten Teil des in Detroit benötigten Obst und Gemüse innerhalb der Stadtgrenzen zu produzieren.

Die „Earthworks Urban Farm“ hat ihre eigene Geschichte. Sie ist hervorgegangen aus der „Capuchin Soup Kitchen“, einer bereits 1929 gegründeten Organisation, die neben Nahrung auch Kleidung und Weiterbildungsprogramme für Bedürftige anbietet. Täglich werden 2000 Mahlzeiten serviert, es gibt ein Duschprogramm, eine Lebensmittelausgabe, Nachhilfe und Kunsttherapie für Kinder. 1997 ergänzte der Kapuzinermönch Rick Samyn die Suppenküche um einen Gemüsegarten. Seine Mission: die Gemeinschaft in der Nachbarschaft zu stärken, der jüngeren Generation zu zeigen, wie man gute Lebensmittel selbst erzeugen kann. Aus dem kleinen Garten wurde Stück für Stück die „Earthworks Urban Farm“ mit einer heutigen Fläche von über 10.000 Quadratmetern. Sie ist bio zertifiziert und hat mittlerweile Gewächshäuser, um auch in den Wintermonaten produzieren zu können. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden in der Suppenküche verwendet und an einem wöchentlichen Marktstand verkauft. Viele andere Gemeinschaftsgärten in Detroit beziehen Setzlinge von hier. Außerdem geben die Earthworks Farmer ihr Wissen an Schulen weiter. Übergeordnetes Ziel der Farm ist es, die Menschen der Stadt unabhängig von Supermärkten zu machen. Zur Capuchin Soup Kitchen gehört auch die „On the Rise Bakery“. Hier arbeiten Menschen, die nach einem Gefängnisaufenthalt oder nach Abschluss eines Drogenentzugs eine zweite Chance bekommen.

In deutschen Städten entstehen auch immer mehr Gemeinschaftsgärten. Die „Eßbare Stadt“ ist unübersehbarer Trend. Wäre es nicht toll, sich einen Teil der Mahlzeit einfach in der Nachbarschaft zu pflücken? Über’s Hochbeet hinweg einen kurzen Schwatz mit der netten Dame von nebenan zu halten. Mehr Gemeinschaft in der zum Teil anonymen Stadt. Mir gefällt dieser Gedanke gut und die Idee von der „Eßbaren Straße“ spukt nun in meinem Kopf. Gartenromantik direkt vor der eigenen Haustür. Ein wenig wie in Peter Alexanders Lied von der kleinen Kneipe. „… da, wo das Leben noch lebenswert ist. Dort in der Kneipe in unserer Straße. Da fragt dich keiner, was du hast oder bist.“ Hach. Genug geträumt. Ärmel hochkrempeln und hopp hopp an die Harke. Alles andere wächst dann sicherlich von ganz alleine.

homecoming

Hi there!

7 am, Ann Arbor, Michigan am letzten Freitag. Abreisetag. Ich drehe mich noch einmal um, lasse die letzten zwei Wochen vor meinem geistigen Auge vorüberziehen. 7.15 am, ich kann mich noch nicht durchringen, aufzustehen. So, als könnte ich damit unseren Aufenthalt in jener kleinen Collegestadt, die uns in fünf Jahren so sehr ans Herz gewachsen ist, verlängern. Seit rund neun Monaten sind wir zurück in unserer Heimat Köln und es vergeht kein Tag, an dem sich die Gedanken nicht plötzlich über das große Wasser hinüber nach Michigan schleichen. Umso gespannter waren wir, wie der erste Besuch dort sein würde. Als Gast in Detroit zu landen. Durch die alte Nachbarschaft zu fahren, ohne dort zu wohnen. „Unser“ Haus zu sehen, ohne hineingehen zu können. Geschäfte und Restaurants wie ein Tourist zu besuchen. Freunde zu treffen mit dem Wissen, dass wir nicht nächste Woche wieder kurz auf einen Kaffee vorbeikommen können.

Es gab viele emotionale Momente in diesen zwei Wochen. Zum ersten Mal geschluckt habe ich, als wir am Ankunftstag den so oft zurück gelegten Heimweg zum Haus abgefahren sind. Nur noch hinter die Fassade unseres Lebens von fünf intensiven Jahren schauen zu können, hat mir ein paar Tränen abgerungen. Zumal alles so aussah, als hätten wir gerade den Schlüssel herumgedreht. Ein zurückgelassener Blumentopf auf der Treppe, ein vom Sohn gebasteltes Häuschen im Vorgarten und unser kleiner Gartenzwerg, der versehentlich nicht eingepackt worden war. Den haben wir kurzer Hand gekidnappt und nun grinst er auf unserem Kölner Balkon vor sich hin.

Schnell ist klar: es war richtig, genau jetzt zu kommen. Gute Freunde werden diesen Sommer ebenfalls zurück nach Deutschland gehen, andere werden im nächsten Jahr folgen. Das Puzzle wird nie wieder so komplett sein, wie wir es im letzten Jahr verlassen haben. Zukünftige Besuche in Ann Arbor werden sicherlich schön, aber anders sein.

Der Heimatbesuch umgekehrt bot auch die Chance, zu hinterfragen, wie gut wir wirklich wieder in Deutschland angekommen sind. Fast alle stellen ja diese Frage. Nur fast niemand kann wirklich nachvollziehen, wie hin- und hergerissen wir uns oft fühlen. Die Jahre im Ausland und die gemachten Erfahrungen werden immer etwas sein, was uns von jenen, die nicht für längere Zeit in einem anderen Land gelebt haben, trennt. Das ist ein simpler Fakt, den ich nicht wertend meine. Wirklich teilen lassen sich die Erfahrungen nur mit anderen Expats. Und jeder, selbst jedes Familienmitglied, muss ohnehin seinen eigenen Weg finden. Ich bin an einen Ort zurückgekommen, mit dem ich den größten Teil meiner Lebensgeschichte verbinde. Je nach Alter der Kinder ist das anders. In unserem Fall sind wir mit einem 8-jährigen Grundschulkind weggegangen und mit einem 13-jährigen Teenager, der den größten Teil seiner Schulzeit in der amerikanischen Schule verbracht hat, wiedergekommen. In dieser Zeit ist unglaublich viel passiert, die Entwicklungsschritte waren groß. Für ihn gab es keine Rückkehr in eine unveränderte Situation. Neues Schulsystem, neue Kinder, neue Wege, neue Freundschaften.

Zurück nach Michigan. Montagmorgen: Spaziergang durch Downtown A2. Ich gerate an jeder Ecke ins Schwärmen. Mann zu Kind: „Vor sechs Jahren standen wir während der Vorab-Reise an genau dieser Ecke und Mama hat gesagt, hier könne sie nicht leben“. Kind zu mir: „Und jetzt vergötterst du diese Stadt“. Und fügt hinzu: „Ann Arbor ist schon besonders.“ Seufz – ja, das ist es.

Vieles fühlte sich an, als wären wir nie weg gewesen …

Tuuut tuuut“ – das vertraute Geräusch der Eisenbahn, die auf ihrem Weg von Detroit nach Chicago Ann Arbor passiert, war auch von unserem Ferienhaus zu hören.

Home is where your wifi connects automatically“ – Cafés, Restaurants, Läden … mein Telefon war überall gleich drin.

Whats your phone number?“ – Die amerikanische Mobilnummer ist zum Glück für immer abgespeichert. Und so funktionierte die Kundenkarte im Laufschuhladen meines Vertrauens noch.

I havent seen you in a while“ – Wiedererkannt! In Geschäften und Restaurants, in denen wir Stammkunden waren … sind?

Only in Michigan – Während Deutschland bei unserer Abreise üppig grünte und blühte, macht der Winter in Michigan nur langsam dem Frühling Platz. Wir sehen schon beim Landeanflug auf Detroit, dass es kaum Grün an den Bäumen gibt. Die erste Woche ist kühl, der uns vertraute eisige Wind weht oft. Aber Michigan wäre nicht Michigan, wenn sich das nicht von einem auf den anderen Tag ändern würde. Und so folgte einem fiesen 5 Grad kalten Karsamstag ein 20 Grad warmer Ostersonntag, der mit einem Sonnenbrand im Nacken endete. Und ich wette, in drei Wochen liegen alle am Pool.

Detroit has never left – Es war toll zu sehen, dass der Aufschwung in dieser spannenden Stadt weitergeht. Zwei Tage haben wir Sightseeing in Motown gemacht. Bei alten Bekannten vorbeigeschaut, aber auch Neues entdeckt. An der Michigan Central Station wird fleißig gewerkelt:

Das Kunstprojekt „Heidelberg Street“ präsentierte sich wie bei jedem Besuch etwas anders. Das im letzten Jahr gestartete Programm „Heidelberg Arts Leadership Academy“ unterstützt immer mehr Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Schulen in ihrer Weiterentwicklung:

Im Stadtteil Eastern Market sind neue beeindruckende Wandgemälde entstanden. Das Projekt „Murals in the Market“ geht 2019 in sein fünftes Jahr:

Alternative Streetart entdecken wir im „Lincoln Street Park“. Das außergewöhnliche Outdoor Studio entstand 2011 als Kooperation des Kunst- und Kulturausschusses der Stadt Detroit, dem nahegelegen Recycle Center und einer Gemeinschaft lokaler Künstler auf einem ehemaligen Industriegelände:

Über Projekte, die noch Zeit brauchen, sind wir auch gestolpert:

Ein tolles Beispiel für die Anstrengungen der Stadt, Detroit weiter zu beleben und schöne Orte für Bewohner und Besucher zu schaffen, ist der „Dequindre Cut Greenway“. Auf einer stillgelegten Eisenbahntrasse wurde im Mai 2009 ein Weg für Radfahrer und Fußgänger angelegt, der 2016 auf seine heutige Länge von 2 Meilen verlängert wurde. Ein cooler, zentraler urbaner Erholungsort, der vom Detroit River in die Stadt hinein bis zum Eastern Market führt und einige Stadtviertel miteinander verbindet. Unter Brücken und an alten Brückenpfeilern haben Graffiti-Künstler ihre Werke hinterlassen:

Unter anderem finden sich hier Arbeiten der „Hygienic Dress League“. Das Künstler-Ehepaar hat mit vielen spektakulären Kunstinstallationen in Detroiter Industrieruinen weltweite Bekanntheit erlangt:

Wir haben uns den Dequindre Cut mit dem E-Scooter (großer Spaß!) erschlossen. So wie wir durch dieses Stück des neuen Detroit gedüst sind, so schnell ist unsere Zeit in Michigan gerast. Jetzt sitze ich hier in meinem Michigan Hoodie und frage mich, ob das alles nur ein schöner Traum war. However – it was so good to see you, Ann Arbor & friends!

 

Eine ganze Stadt unter einem Dach

Hi there!

Die Abstände der Blog-Einträge werden größer, das Heimweh nach Michigan an manchen Tagen auch. Wir sind in ein neues Jahr gegangen. Das erste seit fünf Jahren, das wir wieder komplett in unserer alten Heimat verbringen werden. Vieles fühlt sich schon wieder selbstverständlich an, anderes noch nicht. Ich „begegne“ immer noch Menschen, die ich aus Michigan kenne. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass es sich bei dem von mir in den USA lieb gewonnenen „Tarragon Leaf“ (Kräuter, die ich für Salatsaucen entdeckt hatte) schlicht und ergreifend um „Estragon“ handelt. Statt gleich mal die Übersetzer App zu bemühen, habe ich in unzähligen Geschäften danach geahndet und das Verkaufspersonal damit genervt. Ich wollte einfach daran glauben, dass es sich um ganz besondere Kräuter handelt, und sie gedanklich schon auf die Einkaufsliste für den nächsten USA Besuch gesetzt. Ein Stück geschmackliche Amerika-Heimat – wenn auch ungewöhnlich und sehr persönlich – zuhause in Köln.

Großer Bogen … aber auch speziell und ungewöhnlich: der Ort Whittier in Alaska, den wir im letzten Sommer besucht haben. Hier teilen sich fast alle der 220 Einwohner ein großes Zuhause. Sie leben unter einem Dach. In den knapp 200 Wohnungen der 14 Stockwerke des „Begich Towers“. Eine kleine Stadt für sich in einem riesigen Gebäude. Mit eigener Post, Polizeistation, Waschsalon, ärztlicher Versorgung, Kirche, Wertstoffhof, Stadtverwaltung inklusive Bürgermeister und einem Supermarkt, der von der frischen Gurke, über Dosensuppe bis hin zum Videoverleih alles auf wenigen Quadratmetern anbietet. Ohne das Gebäude je verlassen zu müssen, können die Bewohner im Erdgeschoss alle Erledigungen ihres täglichen Lebens verrichten. Es soll Bewohner geben, die das Haus monatelang nicht verlassen. Über einen Tunnel im Keller gelangen die Kinder zur örtlichen Schule im Nebengebäude. Dies ist vor allem im harten langen Alaska Winter praktisch.

Whittier liegt 60 Kilometer südöstlich von Anchorage und hat eine weitere Besonderheit. Der kleine Ort ist nur über einen einspurigen 2,5 Meilen langen Tunnel erreichbar, der sich einmal stündlich für 5 Minuten in jede Richtung öffnet. Ab 22 Uh bleibt er geschlossen. Schiene und Straße teilen sich seit 2000 den Tunnel. Er wurde 1943 in den Granitfelsen gesprengt, um zur damaligen geheimen Militäreinrichtung der US Armee zu gelangen. Die isolierte Lage zwischen Bergen und Wasser und ein eisfreier Hafen machten Whittier im Zweiten Weltkrieg zu einem perfekten Platz. Von hier aus sollte die Nachschubversorgung ins Innere des Staates sichergestellt werden. Nach dem zweiten Weltkrieg war der Hafen kurze Zeit verlassen. Dann reaktivierte die US Armee den Standort aufgrund der Ereignisse des Kalten Krieges wieder und baute mehrere Gebäudekomplexe, um rund 1000 Truppenmitglieder unterzubringen. Der Staat Alaska übernahm später sämtliche Gebäude und baute die Begich Towers 1974 zu dem heutigen Apartment-Komplex um. Wo einst Arbeiter und Angehörige der US Armee lebten, zogen Zivilisten ein.

Whittier liegt am Prince William Sound, der 1989 traurige Berühmtheit erlangte, als der Öltanker Exxon Valdez hier den größten Ölunfall der US-Geschichte verursachte. 40.000 Tonnen Erdöl verschmutzten die einmalige Naturlandschaft. Die größte Stadt ist Valdez, hier endet die Trans Alaska Öl Pipeline. Trotz der verheerenden Katastrophe und den zunehmenden Auswirkungen der Klimawandels verfügt der Prince William Sound vor der Kulisse einer fantastischen Welt aus Gezeitengletschern immer noch über eine beeindruckende Tierwelt mit Buckel- und Killer-Walen, Seeottern, Seelöwen, Seeadlern und viele andere Vogelarten.

 

Die einmalige Lage macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für Gletscher- und Wildlife Touren. In den kurzen Sommern erwacht der Ort aus seiner Lethargie, dann kommen die Touristen aus aller Welt. Auch wir haben eine Tages-Cruise per Boot gebucht, als wir uns an einem regnerischen, nebligen Morgen in die Schlage vor dem Tunnel einreihen. Verpasst man die Öffnung, verpasst man eben auch seine Tour. Dem kann man entgehen, wenn man sich in Whittier einquartiert. Die Begich Towers beherbergen sogar ein Bed & Breakfast, dessen Suiten atemberaubende Blicke über das Meer, die Gletscher, Wasserfälle und die umliegenden Berge bieten. Im Hafen gibt es mit ein paar kleinen Läden, Restaurants und Tour-Anbietern außerdem ein bescheidenes touristisches Angebot. Auch ist Whittier an den Alaska Marine Highway, ein Fährsystem, angeschlossen.

Es ist schon ein sehr spezieller Ort. Eine uneinnehmbare Festung am Ende der Welt. Irgendwie immer noch. Nach unserer Tour laufen wir staunend durch den Fußgängertunnel unter den Eisenbahnschienen hinauf zu dem gigantischen Gebäudekomplex. Besucher stören hier niemanden und so schauen wir uns die Infrastruktur im Erdgeschoß an. Kaufen ein paar Kleinigkeiten im Kozy Corner Store und fragen uns, wie es wäre, hier monatelang einkaserniert zu sein. So spektakulär die Szenerie auch ist, wir sind froh, am frühen Abend wieder durch den Tunnel hinaus fahren zu können.

 

 

Welcome back home!

Hi there!

nein, nein, ich habe den Blog nicht eingestellt. Aber die letzten drei Monaten waren so voll und bewegt, dass mir die Ruhe fehlte, meine Gedanken zu sortieren. So richtig abgeschlossen (zumindest, was die physische Bewegungen von Mensch und Material angeht) ist unsere Relocation seit vorletzter Woche. Da habe ich die letzten 8 Kisten Luftfracht entgegen genommen. Der amerikanische Vorstadt-Haushalt ist zurück in der Kölner Stadtwohnung. Und vermisst schon jetzt die wunderbar geräumigen und teilweise begehbaren Einbauschränke mit ihrem unendlichen Stauraum. Verschlanken lautet seit unserer Ankunft das Motto. Anderthalb Haushalte auf das wirklich Wesentliche reduzieren. Da wird klar, wie viele unnötige (oder solche, die nur für kurze Zeit einen Zweck erfüllten) Dinge auf den unterschiedlichsten Wegen in unserem Leben gelandet sind. Ballast abwerfen fällt schwer. Man könnte das ja noch noch mal gebrauchen. Wenn die Sachen dann weg sind, vermisst man sie aber meist nicht mehr. Die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo hat die Methode „Magic Cleaning“ entwickelt und empfiehlt, nur die Dinge zu behalten, die einen wirklich glücklich machen. Guter Ansatz!

„Seid ihr jetzt wirklich wieder ganz hier?“ „Wie ist es denn so, wieder in Köln zu sein?“ „Habt Ihr Euch schon wieder eingelebt?“ „Ist weggehen einfacher als wiederkommen?“

Diese Fragen werden mir immer wieder gestellt. Auf die letzte habe ich eine klare Antwort: wiederkommen ist schwerer. Die anderen sind weniger einfach und eindeutig zu beantworten. Es ist wunderbar, wieder hier zu sein. Aber es wäre auch wunderbar, in Michigan zu sein. Mitten im deutschen Alltag schieben sich immer wieder Bilder aus unserem amerikanischen Leben vor mein geistiges Auge. Typische Wege wie die Fahrt nach Downtown, der Gang zum Markt. Wiederkehrende Situationen wie der erste Blick morgens aus dem Fenster, Frühstück machen, Treppe runter gehen. Außerdem „begegne“ ich jetzt ständig Menschen aus Ann Arbor. So habe ich in den Kölner Straßen bereits die Mathelehrerin meines Sohnes gesehen, den freundlichen Honigverkäufer vom Farmers Market, die Bedienung eines meiner Lieblingscafés, und einige mehr. Call me crazy. Aber ich bin das ja zum Glück nicht alleine. An einer roten Ampel meint mein Sohn letztlich zu mir: „An was erinnert dich diese Szene?“ Mir ist gleich klar, dass er ein Bild von drüben meint. Und tatsächlich sah die Ecke aus wie eine markante Kreuzung in Downtown Ann Arbor.

Bis zum Schulstart Ende August fühlte sich Aufenthalt an, als wären wir wie die Jahre zuvor auf Heimaturlaub. Nur ohne Rückflugticket nach Detroit. Dafür wird die Wäsche wieder richtig sauber. Auch wenn nur ein Drittel in die deutsche Maschine passt. Wir können wieder Fenster kippen. Es gibt wieder tolle frische (und überraschend günstige) Blumensträuße. Eine lokale Zeitung, die täglich erscheint und nicht fast ausschließlich aus Werbung besteht. Einen weitläufigen Stadtwald gleich um die Ecke. Raus ins Grüne, ohne erst mit dem Auto fahren zu müssen. Einkaufen, Kino, Leute treffen – geht alles ohne vier Räder. Auf zwei Beinen oder zwei Rädern. Auch mal mit dem Leih-Bike, von denen immer einige gleich um die Ecke stehen. Welcome back to urban lifestyle.

„Welcome back to Germany“ ist seit unsere Rückkehr ein geflügeltes Wort geworden. Wir sagen es manchmal schmunzelnd, manchmal kopfschüttelnd. Es ist ein wenig so, wie in unserer Anfangszeit in Michigan. Manche Dinge fallen jetzt mit dem Abstand von fünf Jahren ganz neu auf. Beispiel Entschuldigungszettel für die Schule. Was drüben geschmeidig mit einem Zweizeiler per Email erledigt werden konnte, benötigt hier ein dicht beschriebenes DIN4 Blatt, das „Allgemeines Entschuldigungsverfahren“. Welcome back to German public schools.

Zwischen Wohnung entrümpeln und Schulbeginn wollten wir ein paar Tage in die Eifel. Weiter „Welcome back“ Momente, dieses Mal in Sachen deutsche Dienstleistung. „Ich hab‘ hier in der Küche abgenommen. Können Sie später noch mal anrufen?“ „Ich bin gerade beim Abkassieren. Können Sie später noch mal anrufen?“ Schließlich hat es mit der Verbindung zwischen Küche und Rezeption geklappt und das Projekt „Heimat neu entdecken“ konnte beginnen. Details zu den Wartezeiten auf Speis und Trank im Hotelrestaurant würden jetzt zu weit führen. Da schwärme ich lieber von meinem ersten Ausflug in die fantastische Vulkaneifel. Ich wusste nämlich nicht, dass schlappe anderthalb Autostunden von Köln ein kleines Paradies liegt. Dass man dort in klares, sanftes Wasser der Maare abtauchen kann und ein unvergleichliches Schwimm-Gefühl erlebt. Grün eingerahmt und gefühlt Lichtjahre von Köln’s n überfüllten Freibädern entfernt. Mehr verrat‘ ich jetzt nicht. Will ja nächsten Sommer nicht die halbe Stadt dort treffen 😉

Heimat neu oder wieder entdecken. Nie kreisten meine Gedanken um die Idee Heimat mehr in meinem Kopf als in den letzten Jahren. Jenseits der politischen Dimension, mit der der Begriff seit einiger Zeit von populistischen Meinungsmachern diesseits und jenseits des Atlantiks aufgeladen wird. Völlig unpolitisch begebe ich mich oft auf die Suche, was Heimat für mich persönlich bedeutet. Ja, liebe Heimat, du machst es mir nicht leicht. Du liegst eben nicht nur einfach und klar in meiner Vergangenheit. Du hast auch viel mit meiner Gegenwart zu tun. Und in der Zukunft spielst du auch eine Rolle. Du scheinst zeitlos zu sein. Auf jeden Fall bist du ein subjektives, sehr privates Gefühl. Eines, das sich schwer erklären lässt. Du bist eben nicht nur ein Ort, du bist mehrere Orte. „Heimat ist dort, wo die Wurzeln liegen“. Ja, da bist du für mich ein großer Teil meiner inneren Heimat. Da bestehst du aber auch schon aus vielen Orten. Dem hell erleuchteten Weihnachtszimmer am Heiligen Abend. Der Küche der Großeltern. Den Ferienorten, an denen wir unbeschwerte Familienurlaube verbrachten. Dem Schwimmbad, in dem ich tausende von Metern zurück legte. Nachbar’s Grundstück, durch das wir im Sommer verbotenerweise streiften. Heimat, du bist ein Puzzle aus Erinnerungen. Mit Gefühlen wie Vertrautheit, Zugehörigkeit und Aufgehoben sein. „Home is where my heart is“. Wenn es doch im Hier und Jetzt nur so einfach mit dir wäre, liebe Heimat. „Hey Kölle, du bes e Jeföhl“. Ja, absolut. Eines, das sich in der Fremde nur schwer erklären lässt. Weil man es nur verstehen kann, wenn man ein kölsches Herz hat. Genau so, wie man die Zerrissenheit zwischen zwei Orten nur verstehen kann, wen man sie selber erlebt hat. Ach, liebe Heimat: komme ich je wieder ganz in Köln an? Aber vielleicht muss ich das ja auch gar nicht. Ich bin total gerne hier. Aber ich wäre auch gerne in Ann Arbor, in Detroit, in Michigan. Liebe Heimat, du bist im Hier und Jetzt in der Hauptsache die große Stadt Köln und gleich danach die kleine Stadt Ann Arbor. Und in zweiter Linie all jene Orte, an die es mich immer wieder hin zurück zieht. Überall dorthin, wo ich mir einen Raum geschaffen habe, der ein Stück von dir ist. Du bist mehrere Sehnsuchtsorte, liebe Heimat. Vielfältig und bunt. Auch in der Zukunft sehe ich dich. Mit all‘ den Geschichten, die ich gerne an diesen Lieblingsorten noch schreiben möchte. Und die irgendwann den Stempel „Heimat“ verdienen. Welcome back home.

Es ist lang geworden. Und sehr persönlich. Trotzdem möchte ich noch eine letzte, mir oft gestellte, Frage beantworten. „Was passiert mit dem Blog?“ Ich habe ihn zu lieb gewonnen, als das ich ihn nach unserem Abenteuer Amerika einfach einstellen könnte. Außerdem gibt es noch ein paar Geschichten von der anderen Seite des Atlantiks zu erzählen. Zum Beispiel die des Ortes Whittier in Alaska. In dem ungewöhnlichen Ort, der nur durch einen einspurigen Tunnel erreichbar ist, leben alle rund 200 Einwohner unter einem Dach. Oder mein Tag als freiwillige Helferin auf der Earthworks Urban Farm in Detroit. Nachschlag für alle, die mögen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, so oft wie möglich auch in der Kölner Heimat und drum herum blau zu machen. Ich war zum Beispiel noch nie im Kolumba Museum, nicht im EL-DE-Haus, nicht im Karnevalsmuseum, nicht in der Drachenburg … Welcome back home!